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CD-Besprechung

Chromatisme mystique

Master Arts records ma-00013

1 CD • 76min • 2003

25.03.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

„Den Horizont für die vorliegende Einspielung erschließt die mystische Chromatik des ,Tristan-Akkords’“ – so lesen wir im Begleitheft dieser Edition mit dem 30jährigen italienischen Pianisten Pietro Massa. Es handelt sich um die verbale Schlüsselstelle zum Verständnis des CD-Mottos „chromatisme mystique“. Franz Liszts h-Moll-Ballade mithin in ihren Schichtungen melodisch-chromatischer Linearität und Harmonik gesehen als Vorahnung Wagnerscher Krisenkunst, die das überlieferte tonale System zutiefst erschüttern sollte. Eine schöne programmatische und musikdidaktische Idee, die den aus Mailand stammenden Massa in Verbindung mit selten zu hörenden Stücken von Casella und Petrassi als einen gescheiten Nonkonformisten, zumindest als einen mutigen Vertreter des weniger Bequemen ausweist.

Unter diesem Gesichtspunkt mag man diese Einspielung durchaus empfehlen, weniger aber, wenn es um die glühende, pianistisch lodernde, schmeichelnde Erfüllung vor allem der Liszt-Ballade und des Franckschen Dreiteilers Prélude, Aria et Final geht. Francks Gegenstück zu den bekannteren Prélude, Chorale et Fugue erfordert zwar weniger Hymnik und arpeggierende Großzügigkeit als das „Schwesterwerk“, doch fehlt es Massa ein wenig an Wärme des Anschlags, an Fähigkeit (oder auch Willen), sich dem Hörer in seinen emotionalen Wünschen und Möglichkeiten zu öffnen. Liszts Ballade Nr. 2 kommt unter diesen Umständen recht trocken und bröckelnd daher. In der Marcia-Passage gebricht es an akkordischer Pracht und Gesundheit – und in den gen Diskant strebenden Dreiklangszerlegungen im Umfeld der betörenden „Cellomelodie“ kurz vor Werkschluß nimmt sich Massa zu wenig Zeit. Ich würde dies sicher nicht so herb formulieren, wenn diese in den letzten Jahren sehr häufig gespielte Ballade nicht in mehreren ausgezeichneten Einspielungen (Arrau/Philips, Bolet/Decca), vor allem aber in Cziffras maßstäblicher Deutung vorliegen würde.

Was die Sonate op. 64 von Skrjabin angeht, mag man Massas analytische Gangart als Variante einer entschlackenden Perspektive akzeptieren. Auf der Habenseite dieser Publikation aber bleiben eindeutig die klar und eindeutig ausgeleuchteten Stücke von Casella und Petrassi.

Peter Cossé † [25.03.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Franz Liszt
1Ballade b-Moll S 171
César Franck
2Prélude, Aria et Final E-Dur
Alexander Scriabin
3Deux morceaux op. 57
4Deux Poèmes op. 63
5Klaviersonate Nr. 7 op. 64 (Weiße Messe)
Alfredo Casella
6Berceuse triste op. 14
Goffredo Petrassi
7Toccata

Interpreten der Einspielung

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