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CD-Besprechung

Naxos 8.669140-41

2 CD • 2h 00min • 2002

22.01.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

In seinen Memoiren berichtet Rudolf Bing etwas herablassend von einem „Cocktail-Party“-Erfolg der Oper Vanessa, die unter seiner Intendanz 1958 ihre Uraufführung an der Met erlebte. Bei der Premiere hätten die Freunde Samuel Barbers und seines Librettisten Gian Carlo Menotti den Zuschauerraum gefüllt, bei den nachfolgenden Vorstellungen aber sei das Haus leer geblieben. Der Sänger Richard Conrad, der als junger Mann die Aufführung gesehen hat, will es anders wissen. Im Booklet zu dieser Neueinspielung berichtet er, das Stück sei die ganze Spielzeit ausverkauft gewesen und in die folgende Spielzeit übernommen worden, mit Abstechern in Baltimore und Boston. Schließlich kam die Produktion auch in nahezu identischer Besetzung bei den Salzburger Festspielen heraus.

Nachfolgende Inszenierungen in Spoleto – auch, wenn sie vor allem der Umtriebigkeit Menottis zu verdanken sind – lassen es durchaus zu, bei diesem Werk von einem „American Opera Classic“ zu sprechen. Das Textbuch zeigt geschicktes Theaterhandwerk: Ein etwas morbides Kammerspiel um eine sitzengelassene Schönheit, die sich nach zwanzig Jahren in den Sohn ihres Verführers verliebt und damit gleichzeitig ihre Nichte ins Unglück stürzt. Barber war zwar kein genuiner Theatermusiker, aber er verstand es, für die Stimme zu schreiben wie nur wenige andere Komponisten seiner Generation.

Das kommt der Oper sehr zugute, die ihren Effekt nicht verfehlt, wenn so erstklassige Sänger zur Verfügung stehen wie bei der New Yorker Premiere: Unter der Leitung von Dimitri Mitropoulos standen damals Eleanor Steber, Nicolai Gedda, Rosalind Elias, Regina Resnik und Giorgio Tozzi auf der Bühne. RCA hat diese Produktion ins Studio geholt. Gegen diese Aufnahme hat die neue Naxos-Einspielung einen sehr schweren Stand, obwohl die Musiker aus der Ukraine unter Gil Rose einen sehr guten Job machen. Doch sängerisch liegt manches im Argen. Hat man die bewundernswerte Eleanor Steber noch im Ohr, kann man das starke Vibrato und die grellen Höhen von Ellen Chickering nur schwer ertragen. Und der etwas knödelige Ray Bauwens ist kein Ersatz für einen Gedda. Der Rest ist solide, aber nicht aufregend. Kleine Pointe für Kenner: Richard Conrad, hier in der Baßbariton-Rolle des alten Doktors, war in den 60er Jahren als feiner Belcanto-Tenorino ein häufiger Partner von Joan Sutherland und Marilyn Horne.

Ekkehard Pluta [22.01.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Samuel Barber
1Vanessa (An opera in three acts)

Interpreten der Einspielung

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