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CD-Besprechung

cpo 999 885-2

1 CD • 52min • 2002

14.03.2003

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Betrachtet man die Lebensgeschichte von Ferdinand Ries (1784-1838), so stellt man fest, daß er es als Musiker und Komponist zur Zeit des großen Beethoven verhältnismäßig schwer gehabt haben muß. Sein Vater Franz Anton Ries, der als Wunderkind auf der Geige galt, hat sogar Beethoven unterrichtet. Mit neunzehn Jahren wurde Ferdinand dann selbst Schüler von Beethoven, wenn auch nur für vier Jahre. Er hinterließ ein beachtliches Kammermusikschaffen, diverse Konzerte, immerhin 8 Sinfonien, aber auch Opern und geistliche Musik. Ries versuchte sich durch ausgedehnte Reisen durch ganz Europa einen Namen zu machen, was ihm auch teilweise gelang, wurde er doch um das Jahr 1812/13 Mitglied der königlichen Akademie der Musik in Stockholm. Er erwarb sich zudem den Ruf eines „jungen Manns von Talent und als rüstiger Klavierspieler, aus Beethovens Schule“. Bei einem Konzert im Wiener Augarten durfte Ries im Jahre 1804 sogar als Solist in Beethovens 3. Klavierkonzert mitwirken.

Seine musikalische Sprache ist eigenständig, sie atmet jedoch eindeutig das Idiom der Romantik. Sie rührt an in den langsamen Sätzen „Andantino“ bzw. „Adagio mesto“, sie wühlt auf in den mit „Allegro“ überschriebenen ersten Sätzen, und sie unterhält in den Rondo-Sätzen. Die Klavierquartette opp.13 und 17 sind ein Beispiel für das echte kompositorische Können Ferdinand Ries’. Bereits im ersten Satz des Es-Dur Klavierquartetts op.17, der fast wie der Beginn eines Klavierkonzerts wirkt, wird durch die Erweiterung der Themen (durch das Anhängen einer kleinen Durchführung) eine ungeheure Spannung aufgebaut.

Dem Mendelssohn Trio Berlin gelingt hier der Spagat zwischen Zurschaustellung der eigenen Virtuosität und tief empfundener Musikalität. Die sofort eingängige Melodik wird im Dialog der Streicher mit dem obligaten Klavier wunderbar thematisch-motivisch weitergeführt. Das „Adagio mesto“ beginnt mit einer klagenden Figuration des Klaviers, die von den herrlich „singenden“, und mit wunderschönem Vibrato aufspielenden Streichern aufgenommen wird. Das Rondo ist der versöhnliche Abschluß des Es-Dur Klavierquartetts, welches strukturell der klassischen Sonatenform folgt.

Allen Freunden guter Kammermusik sei diese Aufnahme (nicht nur) zur Erweiterung des Repertoires dringend empfohlen.

Andreas Paar [14.03.2003]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ferdinand Ries
1Klavierquartett f-Moll op. 13
2Klavierquartett Es-Dur op. 17

Interpreten der Einspielung

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