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Besprechung CD

Joseph Umstatt

Three Harpsichord Concertos • Two Flute Concertos
Ensemble Klingekunst

cpo 555 649-2

1 CD • 64min • 2023

02.02.2026

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Sollten Sie den Namen Josesph Umstatt, eines Generationsgenossen der beiden älteren Bach-Söhne Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emanuel, noch nie gehört haben, ist dies beileibe keine Bildungslücke. Desto verdienstvoller ist jedoch die Forschungsarbeit des Ensemble Klingekunst, die fünf seiner virtuosen Konzerte der Versenkung in den Bibliotheken von Berlin und Karlsruhe entrissen hat und so den Freund des galanten Stils zwischen Barock und Klassik mit diesen hinreißend gespielten Funden beglückt.

Von Wien über Ungarn nach Sachsen und Franken

Biographische Daten über Joseph Umstatt (1710-1762) sind nur recht spärlich auf uns gekommen. Er wurde in Wien geboren, erhielt möglicherweise Unterricht bei Johann Joseph Fux, besuchte das Jesuiten-Kolleg im damals ungarischen, heute slowakischen Tyrnau, wirkte als erzbischöflicher Cembalist und Organist in Preßburg. Von dort begab er sich nach Dresden und wurde Hofkapellmeister des wegen seines notorischen Hangs zum Luxus kritisierten Premierministers Graf Brühl, dem wir die Brühlschen Terrassen verdanken. Er beendete seine Karriere als erzbischöflicher Hofkapellmeister in Bamberg, wo er vermehrt geistliche Werke schuf.

Konzertante Virtuosität

Es ist zu vermuten, dass die fünf hier erstmalig eingespielten Konzerte in der Dresdner Zeit entstanden. Wie deren gestochen geschriebene Partituren nach Karlsruhe und Berlin kamen, muss noch untersucht werden. Hierbei ist merkwürdig, dass die Flötenkonzerte, deren Solopart durchaus auf Flötisten der Klasse von Pierre-Gabriel Buffardin oder seines Schülers Johann Joachim Quantz zugeschnitten scheint, vom Komponisten mit ausgeschriebenen Eingängen und Kadenzen versehen wurde, die die Genannten hätten ohne langes Überlegen selbst improvisieren können. Dies lässt den Schluss zu, dass sie womöglich für einen besonders talentierten adligen Schüler dieser Herren entstanden. Die Cembalo-Konzerte dürften für den Eigenbedarf entstanden sein und zeugen von höchst beachtlichen manuellen Fähigkeiten. Melodisch lehnen sie sich an den von Johann Adolf Hasse in neapolitanische Richtung geprägten Dresdner Stil an. Ein gewisser Hang zur verspielten Schnörkelei weist sie als typisch für das musikalische Rokoko aus.

Mitreißende Interpretation

Sieglinde Größinger gestaltet die Flötenkonzerte mit voluminös-viszeralem Traverso-Ton, phrasiert ausgesprochen sinnig und artikuliert sorgfältig. Maja Mijatovic steht ihr diesbezüglich am herrlich sonor eingefangenen Cembalo in nichts nach. Beide haben die Behandlung „veränderter Reprisen“ à la Telemann, Quantz und C.P.E. Bach absolut verinnerlicht und verfügen über die instrumentale Virtuosität, ihre diesbezüglichen Intentionen schlackenlos umzusetzen. Bravi!

Zum überzeugenden Eindruck trägt die kammermusikalisch-solistische Besetzung der Streicherparts ungemein bei.

Die Aufnahmetechnik fing dieses brillante Musizieren wunderbar ein. Der Booklet-Text ist bis auf die fehlenden Details zu den klangschönen Solo-Instrumenten so informativ, wie er es trotz der lückenhaften Biographie des Komponisten nur sein kann.

Fazit: Liebenswert-charmante Konzerte des Rokoko souverän interpretiert, die den Hörer lächeln lassen. Definitiv empfohlen!

Thomas Baack [02.02.2026]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Josef Umstatt
1Concerto per il Clavicembalo, Violino unisono con Basso in sol maggiore 00:10:27
4Concerto per il Flauto Traverso Concertante, Violino Primo, Violino Secondo è Fondamento in sol maggiore 00:15:58
8Concerto per il Clavicembalo, Violino unisono con Basso in fa maggiore 00:11:46
12Concerto per il Flauto Traverso Concertante, Violino Primo, Violino Secondo è Fondamento in la maggiore 00:15:11
16Concerto per il Clavicembalo, Violino Primo, Violino Secondo è Basso in re maggiore 00:09:42

Interpreten der Einspielung

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