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CD-Besprechung

Flute Concertos From Vienna

Flute Concertos From Vienna

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 24.07.17

cpo 555 076-2

1 CD • 63min • 2016

„Ist Herr Wagenseil nicht hier? Der soll kommen, der versteht’s!“, soll der sechsjährige Mozart bei seinem Auftritt vor Kaiserin Maria Theresia und ihrem Mann Franz I. ausgerufen haben. Nachdem dieser herbeigeeilt war, sagte das Wunderkind zu ihm: „Ich spiele ein Konzert von Ihnen, Sie müssen mir umwenden.“ Diese Anekdote hat Georg Christoph Wagenseil (1715-1777), den damaligen Hofkapellmeister und Klavierlehrer der Kinder des Kaiserpaares, unsterblicher gemacht als seine Musik: Er teilte mit vielen Komponisten seiner Generation das Schicksal, von der Nachwelt gründlich in den Schatten der von ihm selbst beeinflussten Wiener Klassik geraten zu sein. Erst in den letzten Jahren ist dank der historisch informierten Aufführungspraxis auch seine Musik wieder aufgetaucht. Sein Lehrer, der berühmte Kontrapunktiker Johann Joseph Fux (1660-1741), legte ihn Kaiser Karl VI., Maria Theresias Vater, wärmstens ans Herz: „Von diesem Subjekt sind sowohl im Orgelspiel wie auch in der Komposition virtuose Dienste zu erwarten.“ So trat Wagenseil 1739 in den kaiserlichen Dienst und erfuhr besonders von Maria Theresia, die ihrem Vater 1740 nachfolgte, intensive Förderung; bis zu der 1764 wegen seiner Gicht erfolgten Pensionierung hat er dem Wiener Hof gedient. Seine beiden auf dieser CD enthaltenen Flötenkonzerte in G-Dur und D-Dur zeigen ihn als Schöpfer ebenso fantasievoller wie geistreicher, dem galanten Stil verpflichteter Musik.

Giuseppe Bonno (1711-1788) war Wagenseils Kollege als Wiener Hofkomponist. Hauptsächlich der geistlichen Musik verpflichtet, scheint sein Flötenkonzert in G-Dur sein einziger Ausflug in die Gattung des Instrumentalkonzerts zu sein; ihm ist damit ein charmantes und überaus melodiöses Werk aus der Feder geflossen. Florian Leopold Gassmann (1729-1774) war Wiener Hofkapellmeister von 1772 bis zu seinem baldigen Tod; Giuseppe Bonno beerbte ihn in diesem Amt. Gassmanns Flötenkonzert in c-Moll ist vermutlich für einen venezianischen Gönner entstanden und lehnt sich an die dort übliche Konzertform an. Das Flötenkonzert in B-Dur von Matthias Georg Monn (1717-1750) ist eigentlich ein Tripelkonzert für Flöte, Violine und Cembalo – die fantasievollen Dialoge zwischen den Instrumenten machen den Reiz dieses graziösen Werks aus.

Die Traversflötistin Sieglinde Größinger, Gründungsmitglied des seit 2009 musizierenden Ensembles Klingekunst, legt mit dieser CD ein ausgesprochen schönes Porträt der bisher unterbewerteten Instrumentalmusik am Hofe Maria Theresias vor. Sie versteht es vorzüglich, die Grazie und den Charme dieser Musik darzustellen und leuchtet dabei auch die vielfältigen Klangfarben aus, die ihr Instrument bietet. Das vorzüglich assistierende Orchester ist solistisch besetzt, was der Einspielung einen intimen, kammerkonzertanten Charakter verleiht.

Detmar Huchting [24.07.2017]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G.Chr. Wagenseil Flötenkonzert G-Dur 00:14:20
4 G. Bonno Flötenkonzert G-Dur 00:09:26
7 F.L. Gassmann Flötenkonzert c-Moll 00:13:13
10 M.G. Monn Flötenkonzert B-Dur 00:10:36
13 G.Chr. Wagenseil Flötenkonzert D-Dur 00:14:48

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Sieglinde Größinger Traversflöte
Ensemble Klingekunst Ensemble
 
555 076-2;0761203507627

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