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CD-Besprechung

The Privileged Oboe

Emma Black

Ars Produktion ARS 38 598

1 CD • 39min • 2020

05.07.2022

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Zwei Generationen einer Familie treten auf dieser CD hervor – Johann Sebastian Bach und sein Sohn Carl Philipp Emanuel, dessen Namensteil Philipp schon auf den dritten Partner des Komponistentrios dieser CD hindeutet: Georg Philipp Telemann, seinerseits Patenonkel des Bach-Sohnes. So präsentiert sich hier ein weites und überaus mannigfaltiges Spektrum deutscher Kammermusik der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die – wie zu hören ist – nicht nur den modischen Einflüssen ihrer Gegenwart aus Italien und Frankreich unterliegt, sondern auch deutsche musikalische Traditionen der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts widerspiegelt.

Original und Bearbeitung

Nur zwei Werke dieses Programms sind Originalkompositionen für die Oboe, Telemanns Sonate in a-Moll TWV 41:a3 und die Sonate in g-Moll Wq. 135 von Carl Philipp Emanuel Bach. Die anderen Kompositionen eignen sich hervorragend für eine Besetzung mit Oboe, sind aber ursprünglich für andere Instrumente komponiert, so die beiden Triosonaten J. S. Bachs, die eigentlich als überaus schwer zu spielende Orgelsonaten entstanden sind, mit denen Vater Bach die Virtuosität seiners ältesten Sohnes Wilhelm Friedemann als Organist stärken wollte.

Da allerdings im Spätbarock die Struktur des Notentextes eine wichtigere Rolle vor der Klanggestalt des aufführenden Ensembles spielte, können die Musiker dieser CD sich durchaus auch als berufene Interpreten des von ihnen zusammengestellten Programms profilieren.

Solistin und Professorin

Emma Black, geboren in Australien und profilierte Oboistin der jungen Musikergeneration, exzelliert sowohl auf der modernen wie auf der historischen Oboe – zwischen 2014 und 2019 war sie Professorin für Oboe an der Kunstuniversität Graz. Sie zeigt sich in dem Programm der vorliegenden CD als berufene Interpretin ihres Repertoires, die alle Nuancen der auf dieser CD vereinten spätbarocken Musik bestens auszuleuchten weiß.

Blasse Begleitung

Ob es an der Aufnahmetechnik liegt, die konsequent die Oboe als vermeintliches Soloinstrument in den Vordergrund rückt (in den sie innerhalb einer barocken Triosonate nicht gehört), oder an der Zurückhaltung der „begleitenden” Musiker – jedenfalls hört sich ihr Beitrag zu Emma Blacks Soli oft zu zaghaft an. Lediglich der solistische Auftritt des Geigers Ilia Korol in den Triosonaten J. S. Bachs zeigt Brillanz und musikantisch hohe Qualität.

Fazit: Trotz geringfügiger Schwächen ist diese CD ein ausgesprochen schönes Programm mit Klangbeispielen für ein besonders wichtiges Genre barocker Kammermusik: der Triosonate.

Detmar Huchting [05.07.2022]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Georg Philipp Telemann
1Sonata F-Dur TWV 41:F3 für Oboe, Violine und B.c. 00:08:23
Johann Sebastian Bach
5Sonate g-Moll BWV 1020 (bearb. für Oboe, Violine und b.c.) 00:12:23
Carl Philipp Emanuel Bach
8Sonata g-Moll H 549 für Oboe und B.c. 00:10:54
Johann Sebastian Bach
11Triosonate Nr. 1 Es-Dur BWV 525 (bearb. für Oboe, Violine und b.c.) 00:13:14
14Triosonate Nr. 4 e-Moll BWV 528 (bearb. für Oboe d'amore, Viola und b.c.) 00:10:02
Georg Philipp Telemann
17Sonata a-Moll TWV 41:a3 für Oboe und B.c. 00:07:42

Interpreten der Einspielung

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