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CD-Besprechung

Georg Philipp Telemann

Wind Overtures Vol. 2

cpo 555 212-2

1 CD • 59min • 2017

25.10.2021

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Wussten Sie, dass Georg Philipp Telemann als einer der Erfinder der ab 1770 erst richtig populär werdenden „Harmoniemusik“ gelten muss? Indem er mit nur 2 Oboen, 2 bis 4 Hörnern und Fagott festliche Musik entstehen lässt, die sich sowohl für Freiluftaufführungen wie auch als Tafelmusik im Saal eignet, beweist Telemann wieder einmal seinen praktischen Sinn und seine profunde Kenntnis bezüglich der Möglichkeiten seines Instrumentariums. Allerdings bedarf es professioneller und mehr als „brauchbarer Virtuosi“, um diese Werke zum Vergnügen werden zu lassen.

Telemanns „Pastorale“

Die umfangreichste Komposition auf dieser CD ist die 11-sätzige Alster-Ouvertüre TWV 55:F11, die sowohl in einer reinen Bläserfassung wie auch in einer Fassung mit zusätzlichen Streichern zur Verstärkung und Entlastung der Oboisten vorliegt. Musiziert man sie ohne Streicher, müssen die Oboen verdoppelt werden, um der Wucht der vier Hörner standhalten zu können. Die hier erzielte Homogenität und Intonationssicherheit – zudem auf einklappigen Instrumenten – dürfte gestandene Orchesteroboisten den Hut ziehen lassen. Tondichterisch wird hier „Arkadien in Hamburg“ zelebriert. Telemann erweist sich in dieser Suite einerseits als bissiger Karikaturist („Der Alster-Schäfer Dorf-Music“ und „Die concertierenden Frösche und Krähen“ sind mindestens ebenso witzig wie Mozarts „Musikalischer Spaß“), andererseits als Klangmagier („Das Alster-Echo“). Die beiden kleiner besetzten Quintette TWV 44:3 und 44:9 sind kürzer, jedoch in allen fünf Partien nicht weniger virtuos und anspruchsvoll. Speziell die Horn-Partien erfordern auf dem Naturhorn ein Können internationalen Ranges. Das Fagott wetteifert in schnellen Skalenbewegungen mehrfach mit den Oboen.

Kongeniale Interpretation

Das L’Orfeo Bläserensemble, das hier seine zweite Folge mit Bläserouvertüren Telemanns vorlegt, besteht ausschließlich aus solch höchst „brauchbaren Virtuosi“, – um hier den von Johann Mattheson geprägten Titel nochmals zu zitieren – die ihren fordernden Partien mit bravouröser Selbstverständlichkeit gerecht werden. Die gerade in den humoristischen Partien erforderliche Agogik ist genau auf die Pointe ausgerichtet. Es wird durchweg sinnvoll und zielgerichtet phrasiert, was für den tänzerischen Schwung der Werke unbedingt erforderlich ist. Die recht flotten Tempi, die den Anweisungen von J. J. Quantz folgen, verführen nirgends zu Ungenauigkeiten. Die Intonation ist vorbildlich. Besser kann man diese Musik nicht spielen. Chapeau!

Aufnahmetechnisch wurde alles richtig gemacht, da die Musik sich prall von den Boxen löst. Exzellenter Booklet-Text von Manfred Fechner, den man aufgrund des arg kleinen Drucks jedoch nur schwer entziffern kann. Tipp: Mit Smartphone fotografieren und dann dort lesen.

Fazit: Eine rundum erfreuliche Produktion. Pflichtkauf für Oboen, Hörner und Fagotte. Exquisites Accompagnement für die Party im heimischen (Schloss-)Garten oder für ein Gala-Diner. Klare Empfehlung an alle Liebhaber repräsentativer Barockmusik.

Thomas Baack [25.10.2021]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Georg Philipp Telemann
1Overture à 5 D-Dur TWV 44:14 für Bläserensemble 00:16:20
7Alster-Ouvertüre F-Dur TWV 55:F11 00:34:07
18Overture F-Dur TWV 44:9 (à 5) 00:08:00

Interpreten der Einspielung

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