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CD/SACD stereo/surround-Besprechung

Brahms

Symphony No. 4

BIS 2383

1 CD/SACD stereo/surround • 73min • 2018

27.10.2020

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Seit das Schwedische Kammerorchester sich 1995 gegründet hat, hat es sich einen Namen gemacht als hervorragender und sehr engagierter Klangkörper. Zu der Erfolgsgeschichte seitdem hat zu einem gewissen Teil auch Thomas Dausgaard beigetragen, der von 1997 bis 2019 der Chefdirigent des Orchesters war. Die intensive Arbeit zwischen Dirigent und Orchester hat zu Auftritten auf den wichtigsten Bühnen geführt sowie zu ausgesprochen schönen Zusammenarbeiten mit Solisten wie beispielsweise Pierre-Laurent Aimard, Isabelle Faust oder auch Tabea Zimmermann.

Mit der vorliegenden Aufnahme beenden das Schwedische Kammerorchester und Thomas Dausgaard nicht nur ihren Brahms-Zyklus, sondern auch ihre Zusammenarbeit (in dieser Form). Auch bei dieser SACD kombiniert das Orchester eine von Johannes Brahms‘ Sinfonien mit weiteren Orchesterwerken, in diesem Fall seine Sinfonie Nr. 4 mit Auszügen aus den Ungarischen Tänzen und der Tragischen Ouvertüre, die wohl mit keiner anderen Sinfonie besser hätte kombiniert werden können. Bereits im Kopfsatz der Vierten stellt man voll Freude fest, dass man dem Klangkörper seine Schlankheit mit den (nur) 39 Musikerinnen und Musikern gar nicht anhört. Nicht zuletzt wird dies wohl auch der guten Aufnahmetechnik zu verdanken sein. Akzentuiert und mit vollem Orchesterklang ist der erste Satz zu erleben – auf einem Spitzen-Niveau ist hier das ganze Ensemble zu hören. Dem Schwedischen Kammerorchester gelingt es bei seiner Interpretation von Brahms‘ elegischer Sinfonie, diese klangvoll und dennoch auch transparent umzusetzen. Besonders zu loben sind dabei vor allem die Bläser, die durch alle Stimmen hindurch ihre Sache wunderbar machen.

Abschluss einer erfolgreichen Zusammenarbeit

Zwischen den beiden Hauptwerken der Aufnahme steht als Mittelblock eine Auswahl der Ungarischen Tänze, deren restliche Nummern auch schon auf den Vorgänger-Aufnahmen erschienen sind. Für den Abschluss haben sich das Schwedische Kammerorchester und Dausgaard unter anderem die beliebten Nummern 2 und 4 aufgehoben. Aber nicht nur diese begeistern, sondern auch solche heiteren Rauswerfer wie Nr. 21 oder auch der durch die Solo-Violine bezaubernd „zigeunerisch“ klingende Tanz Nr. 17. Abwechslungsreich erklingen die Tänze, die Johannes Brahms zu Ruhm und Geld verhalfen, wobei sich die Musikerinnen und Musiker auch hier von ihrer besten Seite zeigen – und das hin bis zur Piccoloflöte!

Zum Abschluss wird es dann noch einmal gewichtiger mit Brahms‘ Tragischer Ouvertüre, dem eher schwermütigen Gegenpol zur Akademischen Festouvertüre. „Die eine weint, die andre lacht“, so äußerte sich der Komponist selbst über die beiden gegensätzlichen Werke. Die Interpretation des Schwedischen Kammerorchesters ist ein krönender Abschluss: Energiegeladen, absolut präzise in allen Momenten, voller lebendiger Dynamik und Artikulation und in zügigem Tempo. Ein gelungener Abschluss also nicht nur des Brahms-Zyklus‘, sondern auch einer langjährigen und sehr erfolgreichen Zusammenarbeit.

Verena Düren [27.10.2020]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johannes Brahms
1Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98 00:37:40
5Ungarischer Tanz Nr. 2 d-Moll 00:02:52
6Ungarischer Tanz Nr. 4 f-Moll 00:03:53
7Ungarischer Tanz Nr. 8 a-Moll 00:03:05
8Ungarischer Tanz Nr. 9 e-Moll 00:02:03
9Ungarischer Tanz Nr. 17 fis-Moll 00:02:59
10Ungarischer Tanz Nr. 18 D-Dur 00:01:27
11Ungarischer Tanz Nr. 19 h-Moll 00:01:43
12Ungarischer Tanz Nr. 20 e-Moll 00:02:26
13Ungarischer Tanz Nr. 21 e-Moll 00:01:27
14Tragische Ouvertüre d-Moll op. 81 00:12:00

Interpreten der Einspielung

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