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CD-Besprechung

Johann Philipp Krieger

Musicalischer Seelen-Friede

Sacred Concertos

Johann Philipp Krieger

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 25.04.18

cpo 555 037-2

1 CD • 67min • 2015

Der Nürnberger Johann Philipp Krieger (1649-1725) gehört zu den bedeutendsten deutschen Komponisten des Hochbarock. Eine solide Grundausbildung in seiner Heimatstadt bildete das Fundament und lenkte sein Interesse auf die Orgel; Studienaufenthalte in Kopenhagen und Italien weiteten seinen musikalischen Horizont auf europäisches Niveau. Bei der Rückreise nach Deutschland erhob der hochmusikalische Kaiser Leopold I. ihn nach einem Auftritt in Wien für sich und seine Geschwister in den Adelsstand. Nach Zwischenstationen in Bayreuth, Frankfurt am Main und Kassel trat er 1677 in die Dienste des Sächsisch-Weißenfelser Hofes, dem er bis zu seinem Tod 1725 die Treue hielt. Kriegers eigenes akribisch geführtes Werkverzeichnis belegt ein umfangreiches Œuvre, von dem das meiste heute verloren gegangen ist – allein von seinen etwa 2500 Kantaten sind 2200 verschollen.

Simone Eckert setzt sich wie kaum jemand unter ihren Kollegen für die Musik Johann Philipp Kriegers auf CD ein: Die vorliegende CD ist bereits die dritte in der schmalen Diskographie des Komponisten, die von der Hamburger Ratsmusik souverän angeführt wird. Das Programm vereint fünf der 20 geistlichen Konzerte aus der zwischen 1690 und 1696 entstandenen Sammlung Musicalischer Seelen-Friede. Schon einmal hat sich Simone Eckert mit ihrem Ensemble Hamburger Ratsmusik und damals mit der Sopranistin Dorothee Mields diesen geistlichen Konzerten gewidmet; jetzt ist der Bass Klaus Mertens ihr Partner. Mertens‘ Repertoire erstreckt sich zwar bis in die Musik der Gegenwart, doch ist er seit langem ein international ausgewiesener Spezialist für Barockmusik. 2016 war er Preisträger des Magdeburger Telemann-Preises, bei der Verleihung wurde sein „besonderes Verständnis für Stil und Duktus der barocken Sprache“ hervorgehoben.

So zieren auch in diesen vier Psalmkonzerten und in dem lateinischen Konzert Ernsthaftigkeit, Einfühlung in den Text, makellose Diktion und das außerordentlich schöne Timbre von Klaus Mertens seinen Vortrag. Die musikalische Gemeinschaft mit der Hamburger Ratsmusik zeugt von in lang geübter Partnerschaft erlangtem tiefem Einverständnis, hier atmet wirklich alles zusammen! In der Mitte des Programms spielen die Musiker um Simone Eckert eine Sonata à 4, von der man kaum glauben mag, dass sie Kriegers früheste erhaltene Instrumentalkomposition ist, so perfekt ist die Gemeinschaft der vier Stimmen organisiert und so sehr strotzt das Werk von Experimentierfreude, die durchaus Vertrautheit mit den Gesetzen der Form voraussetzt.

Hier bietet sich eine vorzügliche Gelegenheit, Musik eines hochbedeutenden Meisters der Musik vor J. S. Bach kennenzulernen und im von Simone Eckerts ausgezeichnet geschriebenem Text im Beiheft noch Wissenswertes über ihn zu erfahren.

Detmar Huchting [25.04.2018]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.Ph. Krieger Rühmet den Herrn (Psalm 22, aus Musicalischer Seelen-Friede) 00:09:24
2 Ach Herr, wie ist meiner Feinde soviel (Psalm 3, aus Musicalischer Seelen-Friede) 00:11:04
3 Sonata à 4 00:10:04
4 Herr, warum trittest du so ferne (Psalm 10, aus Musicalischer Seelen-Friede) 00:10:48
5 Meine Seele harret nur auf Gott (Psalm 62, aus Musicalischer Seelen-Friede) 00:10:43
6 Fortunae ne crede (aus Musicalischer Seelen-Friede) 00:14:16

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Klaus Mertens Bass
Hamburger Ratsmusik Ensemble
Simone Eckert Viola da gamba, Leitung
 
555 037-2;0761203503728

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