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CD-Besprechung

Johann Melchior Molter

Sinfonias & Cantatas

Johann Melchior Molter

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 22.03.18

cpo 555 028-2

1 CD • 72min • 2015

Johann Melchior Molter, 11 Jahre nach Bach in der thüringischen Provinz als Sohn des Dorfkantors von Tiefenort geboren, erlebte seine schulische und musikalische Früherziehung an der Lateinschule im nahegelegenen Eisenach, die auch Bach bis zu seinem 10. Lebensjahr besuchte: Die mitteldeutsche Musik mit ihrer reichen Kontrapunktik war bei beiden musikalischer Ausgangspunkt. Im Unterschied zu Bach, der nach dem Tod des Vaters als Zehnjähriger in die Obhut seines älteren Bruders nach Ohrdruf kam, dort eine solide musikalische Grundausbildung erhielt und schließlich als 15-Jähriger aus dem thüringischen Nest in die große Welt der damals bedeutenden Stadt Lüneburg flüchtete, blieb für Molter Eisenach der anregende Ort, wo sich musikalische Erfahrungen sammeln ließen. Hier konnte er bereits mit 12 Jahren Bekanntschaft mit Georg Philipp Telemann schließen, der zwischen 1708 und 1712 das Eisenacher Hoforchester leitete.

Seit 1717 war Molter als Geiger beim badischen Markgrafen in Karlsruhe angestellt und wurde von seinem Herrn bald energisch gefördert: Nach nur zwei Dienstjahren wurde ihm – bei Weiterzahlung des vollen Gehalts – ein Studienaufenthalt in Italien bewilligt. Drei Jahre lang lernte er in Venedig und Rom die modernste italienische Musik kennen, kehrte 1722 nach Karlsruhe zurück und wurde umgehend zum Hofkapellmeister ernannt. Zwischen 1733 und 1742 wirkte Molter dann in Eisenach – unterbrochen von einem zweiten Italien-Aufenthalt 1737/38. Seit 1743 war er bis zu seinem Tod 1765 wieder als Hofkapellmeister in Karlsruhe angestellt.

Mit einer Sonata grossa, einem Flötenkonzert, zwei Arien, einer Kantate sowie einer Sinfonie vereint die vorliegende CD ein vielfältiges Spektrum von Musik zu einer breit angelegten Werkschau Johann Melchior Molters. Die Sonata grossa vereint Sonate, Suite und Orchesterkonzert in einer Synthese – Molter selbst hat dieses Genre erfunden und ihm auch den Namen gegeben. Besonders die Instrumentalmusik dieser CD besticht durch satztechnische Raffinesse und thematischen Einfallsreichtum. Die beiden Arien ähneln einander in Duktus und Melodienführung und wirken folglich ein wenig redundant, ebenso auch die Eröffnungsarie der Kantate, die sich von den beiden vorhergehenden Arien weniger unterscheidet als von der Schlussarie der Kantate.

Werner Ehrhardt, erstklassiger Barockgeiger (Schüler von Franzjosef Maier und Sigiswald Kuijken), Gründungsmitglied des Concerto Köln und Gründer seines Ensembles l’arte del mondo, inspiriert als Dirigent das Reußische Kammerorchester Gera zu einem differenzierten, temperamentvollen und eindringlichen, aber auch zu elegantem und geradezu innigem Spiel – diesen Qualitäten weiß sich gleichfalls der Flötist Andreas Knoop als Solist im Flötenkonzert verpflichtet. Die Sopranistin Julia Sophie Wagner meistert die beträchtlichen technischen Schwierigkeiten ihrer Partien souverän, doch überzeugt sie mit einer gewissen Schärfe im Timbre stimmlich nicht hundertprozentig.

Detmar Huchting [22.03.2018]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.M. Molter Sonata grossa C-Dur MWV IV-6 00:17:57
6 Concerto à Flauto traverso G-Dur MWV VI-15 00:09:49
9 La lodoletta MWV I-33 (Aria) 00:07:56
10 Pensa, ben mio, chi sei MWV II-34 (Aria) 00:07:13
11 L' augellin tra verdi fronde MWV II-23 (Cantata) 00:14:42
14 Sinfonia D-Dur MWV VII-144 00:14:22

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Andreas Knoop Traversflöte
Julia Wagner Sopran
Reussisches Kammerorchester Orchester
Werner Ehrhardt Dirigent
 
555 028-2;0761203502820

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