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CD-Besprechung

Johannes Brahms

Variations

Johannes Brahms

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 04.03.18

Klassik Heute
Empfehlung

MDG MDG 949 2051-6

1 CD/SACD stereo • 70min • 2017

Johannes Brahms hat leider nicht besonders viele Orgelwerke komponiert. Außer einigen Choralvorspielen, zwei Präludien und Fugen sowie ein bisschen anderem „Kleinkram“ gibt es nichts, was der Brahms für dieses Instrument geschrieben hat. So ist es nur allzu verständlich, wenn Organisten den Wunsch haben, diesem Mangel mit Bearbeitungen ein wenig abzuhelfen, zumal das Bearbeiten anderer Werke für ihr Instrument eine lange gepflegte Tradition ist. Dieser Tradition hat sich auch Christoph Schoener, Kirchenmusikdirektor am Hamburger Michel gewidmet, der auf der raumfüllenden Orgelanlage des Wahrzeichens der Hansestadt drei große Variationszyklen von Brahms eingespielt hat. Die Haydn-Variationen op. 56 und die Händel-Variationen op. 24 sind in ihrer Originalgestalt für Klavier geschrieben, die – kleines Aperçu am Rande – von Schoeners ehemaligem Schüler und jetzigem Kollegen am Michel Manuel Gera bearbeiteten Variationen op. 18 für Streichsextett. In ihrer Bearbeitung für Orgel aber entfalten sie unter Schoeners Händen (und Füßen) eine geradezu orchestrale Fülle und Wucht. Man ist sogar geneigt zu sagen: in dieser Gestalt könnten sie fast besser als das Original klingen, denn die dynamischen und klanglichen Differenzierungsmöglichkeiten einer Orgel können locker mit denen eines Orchesters mithalten und übertrumpfen die eines Klaviers bei Weitem.

Das trifft umso mehr zu, als die Orgelanlage des Michel eigentlich keine Wünsche offenlässt: Klangfarben in allen erdenklichen dynamischen und farblichen Abschattierungen, die nicht nur den riesigen Raum ordentlich zu füllen vermögen, sondern auch feinste Nuancen erlauben. Von samtig-sägenden Streichregistern über bauchig-voluminöse Flöten und kraftvoll-markige Prinzipale bis hin zu kernig-füllig Zungenstimmen verfügt diese aus mehreren eigenständigen Instrumenten bestehende und über den Raum verteilte Anlage nicht nur über sehr charakteristische Einzelstimmen, auch der Gesamtklang ist ebenso wuchtig wie feingliedrig. Und genau dies ist einer der unbestreitbaren Vorteile dieser überaus gelungenen Einspielung: Schoener nutzt die Stärken „seines“ Instrumentes virtuos aus, im Hinblick auf die klangliche Realisierung ebenso wie auf seine insgesamt über jeden Zweifel erhabene Interpretation. Die drei Variationszyklen klingen so orchestral, als wären sie für dieses Instrument geschrieben worden und Schoener spielt so, als ließe er daran nicht den geringsten Zweifel zu. Die den musikalischen Ausdrucksgehalt der Musik mitunter genial treffenden Registrierungen sind von ungemein analytischer Qualität und erlauben es, die musikalische Struktur dieser Musik in verblüffend ohrenfälliger Weise nachzuverfolgen. Dazu trägt ganz wesentlich auch die tontechnische Seite dieser extrem gut durchhörbaren Aufnahme bei, denn – eine entsprechende Anlage vorausgesetzt - hat man wirklich das Gefühl, inmitten des Michel zu sitzen und Schoeners ebenso unaufgeregtem wie brillanten Spiel zu lauschen. Grandios!

Guido Krawinkel [04.03.2018]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Brahms Variationen über ein Thema von Joseph Haydn B-Dur op. 56 00:23:49
2 Streichsextett Nr. 1 B-Dur op. 18 00:10:26
3 Variationen und Fuge über ein Thema von Georg Friedrich Händel B-Dur op. 24 00:35:09

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Christoph Schoener Orgel
 
MDG 949 2051-6;0760623205168

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