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CD-Besprechung

Johannes Brahms

Symphony No. 2 • Haydn Variations • Academic Festival Overture

Johannes Brahms

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 13.02.18

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BIS 2253

1 CD/SACD stereo/surround • 76min • 2016

Meine erste Befürchtung, es könne sich bei Thomas Dausgaards Ansichten vom Wörthersee um einen neuerlichen Versuch handeln, der Hörerschaft mit peinlicher Genauigkeit die korrekte Länge der Phrasierungsbögen mitzuteilen, war rasch dahin. Aus den kurz geatmeten Grundmotiven entwickelt sich binnen weniger Takte eine Spannung, die uns – wenn sie erst einmal freigelassen wird – in einem geradezu burschikosen Kopfsatz demonstriert, dass der vollbärtig-sommerlich-liebesleidende Komponist des Werkes viel mehr damit zu tun hatte, sein persönliches Beethoven-Erbe zu hegen, als sich in privaten Wehmütigkeiten zu verlieren. Und diese Haltung bleibt durchweg gewahrt. Die vertikale und lineare Architektur, die an verschiedenen Stellen scheinbar „unelegante“, bewußt ungeglätteten Instrumentalverhältnisse und das muskulöse Kräftespiel geben der Symphonie einen vorzüglich kurzweiligen Drall, dem gleichwohl die musikimmanente, gewissermaßen „absolute“ Poesie der Komposition kaum einmal geopfert wird. Einzig die „titanische“ Morgenstimmung des Finales (T. 234ff.), dieses anachronistische Vorecho der nächsten großen D-Dur-Symphonie, hätte ich mir um einige Grade mysteriöser, jenseitiger gewünscht ...

Uneingeschränkt gepackt haben mich dann die frischen, entschlackten und dennoch tief ausgeschöpften Haydn-Variationen, in denen der jüngere Brahms an einer Reihe historischer Größen entlang promeniert, restlos unterhalten habe ich mich bei der rüpelhaft-bierseligen Begleitmusik zum „Blauroten Methusalem”, und mit größtem Vergnügen die drei Ungarischen Tänze (Nr. 6, 7, 5) vernommen, die Thomas Dausgaard selbst orchestriert hat. Obwohl sie die Variationen mit der Festouvertüre verbinden, hatte ich mich zunächst nur mit den authentischen Kreationen abgegeben, weil ich fürchtete, es könnten mir die modernen Einrichtungen als kommerzielle Einsprengsel die gute Laune verderben. Doch auch diese Sorge zerstob im Nu, denn Dausgaard und das Schwedische Kammerorchester könnten mit diesen drei Arrangements bei jedem Kur- oder Neujahrskonzert den Vogel abschießen: Pfiffige Effekte, witzig, schmissig, köstlich akzentuiert – kurzum, ein kleines, knallbuntes Feuerwerk, das hoffentlich bei den nächsten Produktionen seine Fortsetzung erfährt.

Rasmus van Rijn [13.02.2018]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Brahms Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73 00:40:10
5 Variationen über ein Thema von Haydn op. 56a 00:17:07
15 Ungarischer Tanz Nr. 6 Des-Dur (orchestr.: Thomas Duasgaard) 00:03:24
16 Ungarischer Tanz Nr. 7 F-Dur (orchestr.: Thomas Duasgaard) 00:01:42
17 Ungarischer Tanz Nr. 5 fis-Moll (orchestr.: Thomas Duasgaard) 00:02:36
18 Akademische Festouvertüre c-Moll op. 80 00:09:27

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Swedish Chamber Orchestra Örebro Orchester
Thomas Dausgaard Dirigent
 
2253;7318599922539

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