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CD-Besprechung

Menahem Pressler

Mozart Piano Concertos

Avi-music 8553387

1 CD • 78min • 2016

08.12.2017

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Den Pianisten Menahem Pressler kannte ich zunächst von einer frühen Solo-Aufnahme für das preiswerte Langspielplatten-Label „Concert Hall“ und dann natürlich von zahlreichen Konzerten mit dem Beaux Arts Trio. Auf diese Weise wurde mir der ganze Überraschungszauber der Haydn-Klaviertrios bewusst. Die voluminöse Philips-Kassette wurde zum akustisch-ästhetischen Vademecum. Die erste Begegnung mit dem stets mitteilungsfreudigen Musiker verdanke ich einer Einladung in die Jury des Klavierwettbewerbs „Paloma O’Shea“ im spanischen Santander. Später trafen wir uns als Juroren des „Van Cliburn“-Wettbewerbs im texanischen Fort Worth und in Tel Aviv anlässlich des „Rubinstein“-Wettbewerbs 2008. Als Menahem Pressler vor ein paar Jahren in hohem Alter zu einer verblüffenden, sozusagen spätherbstlichen Solokarriere ansetzte, erhielt er für seine Mozart-Interpretationen, vor allem aber für seine generelle Einstellung zur Musik und ihren entschlossen subjektiv empfundenen Wahrheitsgehalten ehrlichen Beifall.

Ich hatte einiges über Presslers Lebensweg gehört, erst spät aber erfuhr ich, dass er aus Magdeburg stammt. So ist es nicht verwunderlich, wenn er die Gelegenheit nutzte, mit der Magdeburgischen Philharmonie zwei Mozart-Klavierkonzerte aufzuführen. Ein Heimspiel also – und sicher sehr berührende Termine nicht nur für den Interpreten, sondern auch für viele Musikfreunde im Publikum, die den „Heimkehrer“ begrüßen und seine fabelhafte geistige und physische Unverbrauchtheit bewundern durften.

Es handelt sich natürlich um zwei sehr unterschiedliche Hör- und Erlebenskonstellationen. Zum einen, den Pianisten im Konzertsaal gewissermaßen handgreiflich zu erleben. Das heißt zugleich auch Teilhabe an seiner Geschichte, an seinem Schicksal. Zum anderen vermittelt die CD das Bild eines erstaunlich agilen, immerhin 92, bzw. 93 Jahre altjungen Meisters, sie überermittelt aber auch manch hölzerne, zumindest eingeschränkt geschmeidige Passage. Beeindruckend bleibt Presslers rundes, selbstbewusstes, niemals säuselndes Piano, sein kammermusikalisches Eingehen auf offensichtliche und verborgene Ereignisse im Orchester. Das reine Passagenspiel mit höheren mechanischen Anforderungen ist immer wieder grobkörnig, freilich routiniert zum nächsten Ruhepunkt zu Ende gebracht. Auf die tüchtigen Magdeburger und auf Kimbo Ishii, ihren aus Taiwan stammenden Generalmusikdirektor, kann sich Pressler verlassen. Sie scheinen die Gunst der Stunden nach Kräften zu nutzen.

Die CD enthält die Debussy- und Chopin-Zugaben der beiden Konzertprogramme. Debussy-Kenner werden es sofort merken: Pressler spielt nicht das ausgedruckte Debussy-Prélude La Cathédrale engloutie. In Magdeburg handelte es sich um La fille aux Cheveux de Lin, die Nummer 8 aus dem ersten Band.

Vergleichseinspielungen:Mozart KV 488: Badura-Skoda – Horvat (Westminster /DG 479 8065), Horowitz – Giulini (DG 423 287-2); KV 595: Badura-Skoda – Prohaska (Westminster /DG 479 8065), Badura-Skoda – Solti (Napoli 29.4.1958 – Fonit Cetra CDE 1054).

Peter Cossé † [08.12.2017]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Wolfgang Amadeus Mozart
1Konzert Nr. 23 A-Dur KV 488 für Klavier und Orchester 00:29:15
Claude Debussy
4La cathédrale engloutie (from: 12 Préludes (Livre I)) – Profondément calme 00:03:17
Frédéric Chopin
5Nocturne cis-Moll op. posth. Browne 49 00:04:41
Wolfgang Amadeus Mozart
6Konzert Nr. 27 B-Dur KV 595 für Klavier und Orchester 00:35:32
Frédéric Chopin
9Mazurka a-Moll op. 17 Nr. 4 00:05:07

Interpreten der Einspielung

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