Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

CD-Besprechung

Back to Bach

Liszt, Rachmaninov, Busoni: Tributes and Transcriptions

Back to Bach

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 31.08.17

Prima Facie PFCD061

1 CD • 58min • [P] 2017

Wenn man es mal sehr genau nehmen würde, könnte man den Titel der Einspielung des schottischen Pianisten Kenneth Hamilton „Back to Bach“ durchaus als eine Irreführung interpretieren. Denn „Zurück zu Bach“ – so die deutsche Übersetzung des Titels – impliziert etwas Ursprüngliches, Unverfälschtes oder einen Urzustand. Darauf greifen die romantischen Bearbeitungen Bach′scher Werke zwar zurück, aber was daraus entsteht, hat mit dem Original mitunter wenig gemein. Es sind vielmehr virtuose Apotheosen, überzüchtete Kabinettstückchen oder posthume Verklärungen: Bach mit einer romantischen Brille gesehen. Nicht etwa Bach′scher als Bach, sondern ein zu extrovertiertem Virtuosenfutter sublimiertes Surrogat des zuvor verinnerlichten bzw. verklärten Originals.

Das freilich ist auf seine Art auch wieder außerordentlich eindrucksvoll, zumal wenn ein Interpret wie Kenneth Hamilton in die Tasten greift. Er huldigt dem Virtuosengestus der romantischen Bearbeitungen mit ungebremstem Pathos, serviert mit genialischem Furor Oktavendonner samt einer Extraportion Ekstase. Das beherrscht Hamilton sehr gut, auch wenn sein technisch über alle Maßen erhabenes Spiel zuweilen etwas trocken anmutet. Denn der Grat zwischen nüchterner Klangaskese und subjektiven Manierismen ist zuweilen schmal und Hamilton wandelt nicht immer auf dem goldenen Mittelweg.

Das ist aber schließlich auch nicht Sinn und Zweck dieser Aufnahme. Die subjektiven romantischen Ekstasen, zu denen Bachs Werke hier von Bearbeitern wie Franz Liszt (Fantasie und Fuge über B-A-C-H, Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen), Sergei Rachmaninov (e-Moll Partita für Violine) und Ferruccio Busoni (Chaconne) verarbeitet wurden, erfahren in Hamiltons Interpretation eine nicht minder subjektive, aber in jedem Fall höchst eindrucksvolle Wiedergabe, die den Blick auf andere Facetten eröffnet – des Originals wie der Bearbeitung.

Guido Krawinkel [31.08.2017]

Bechsteinkonzert

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Liszt Fantasie und Fuge über B-A-C-H S 529 00:11:48
2 J.S. Bach Partita E-Dur (Bearb. für Klavier) 00:08:43
5 Nun komm, der Heiden Heiland BWV 659 (Choralvorspiel - Bearb. für Klavier) 00:05:00
6 Chaconne (aus der Partita Nr. 2 d-Moll für Violine solo BWV 1004, Bearb. für Klavier) 00:14:10
7 Ich ruf zu Dir, Herr Jesu Christ BWV 639 (Choralvorspiel - Bearb. für Klavier) 00:02:59
8 F. Liszt Variationen über Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen S 179 00:15:25

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Kenneth Hamilton Klavier
 
PFCD061;0607128998587

Bezug über Direktlink

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

⇑ nach oben

AGBs Impressum Kontakt Mediadaten Sitemap Datenschutz

© Klassik Heute

jpc