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CD-Besprechung

Sergej Prokofjew: Die steinerne Blume op. 118 (Ballett in vier Akten, 1952)

cpo 3 CD 999 385-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 6

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 01.08.98

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cpo 999 385-2

3 CD • 2h 31min • 1995/1997

Eine Produktion, die musikalisch gut gelungen ist und eine Lücke im Repertoire füllt (es gibt nur eine alternative Gesamteinspielung unter Roshdestwensky, die mir nicht zugänglich war). Klang und Interpretation sind ausgezeichnet. Das Spiel der Radiophilharmonie Hannover des NDR steht den Hamburger Kollegen kaum nach; es ist bei Mikhail Jurowski in den besten Händen. Er animiert zu beseeltem Musizieren und hat mit hörbar williger Hilfe seine Vorstellung optimal umsetzen können. Die Streicher spielen differenziert und voller Wärme; das Holz mischt sich hervorragend mit dem Blech, welches – bei aller gebotener Schärfe hie und da – nie brutal auftrumpft.

Daß dieses engagierte Plädoyer doch etwas verpufft, liegt vor allem am Stück selbst. Prokofieffs letztes Ballett verwendet zwar seine bekannten Fingerprints und knüpft in Leitmotiven und einzelnen Topoi unverkennbar an Romeo und Julia an (CD 1, Tr. 3). Auch gibt es spannende, mitunter innovative Passagen – wie etwa schon der Beginn (CD 1, Tr. 1), wo stählerne Blechklänge mit Haltetönen der Holzbläser so vermischt werden, daß der Klang eines Klaviers mit niedergetretenem linken Pedal entsteht. Doch diese Stärke kann auch eine Schwäche sein, denn mitunter klingt die Musik blaß wie ein instrumentierter Klaviersatz: Die überstark instrumentierten, an Chopin erinnernden Begleitschemen wie von der linken Hand berauben mitunter die Melodik ihrer Wirkung. Es ist manchmal mühsam, sich durch dieses Nummernwerk zu hören. Bei Romeo und Julia tragen (trotz mancher Längen auch dort) zumindest noch geniale melodische Empfindung und starke Emotion der Handlung durch das ganze Stück. In der Steinernen Blume wird man des Hörens öfter müde. Dazu trägt auch Prokofieffs eigene Gliederung in Divertissement-artige Szenen bei (wie etwa der Beginn des zweiten Aktes), die auf Kosten der ohnehin geringen Reste quasi-sinfonischer Organisation geht.

Die Präsentation der CDs verhilft auch nicht gerade zur Geschlossenheit: Man könnte nachvollziehen, daß die drei Akte auf je eine gesonderte CD gehören, damit man sie sich in drei Folgen anhören kann. Doch warum findet sich der Beginn des dritten Aktes noch am Ende von CD 2? Andererseits hätte das ganze, 151minütige Werk ohne weiteres auf zwei CDs gepaßt, wenn man dann auch nach CD 2, Tr. 6 einen attacca-Übergang hätte splitten müssen.

Dr. Benjamin G. Cohrs [01.08.1998]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 S. Prokofjew Die steinerne Blume op. 118 (Ballett in vier Akten, 1952)
 
999 385-2;0000999 385-2

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