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CD-Besprechung

Julius Röntgen

Symphonies 9 & 21 • Serenade

Julius Röntgen

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 04.04.17

cpo 777 120-2

1 CD • 56min • 2005

Fällt der Name Röntgen, so denkt man zumeist an die gleichnamige Strahlung, die in der modernen Medizin zahlreiche segensreiche Anwendungen gefunden hat. Weitaus weniger bekannt ist die Tatsache, dass aus diesem Familie eine weit verzweigte Reihe an Medizinern, Naturwissenschaftlern und auch Musikern hervorgegangen ist. Einer davon war Julius Röntgen (1855-1932), seines Zeichens Pianist und Komponist, der, in Leipzig geboren, später die meiste Zeit seines Lebens in Amsterdam wirkte und später auch niederländischer Staatsbürger wurde.

Das Label cpo hat die verdienstvolle Aufgabe übernommen, die Sinfonien Röntgens mit verschiedenen Orchestern auf CD einzuspielen. Konstante dieser Reihe ist der Dirigent David Porcelijn, der auf dieser Einspielung das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt dirigiert. Zu hören gibt es zwei Sinfonien - die neunte und die 21. - sowie die Serenade in E-Dur. Vor allen die 1930 Komponierte neunte Sinfonie hat es in sich. Schon der Titel ("Die Bitonale") verrät, dass es sich hier um kein gewöhnliches Werk handelt. Röntgen wählt hier einen radikalen Ansatz und spielt durchweg mit dem Spannungsfeld zweier Tonarten. Harmonisch ist das ungeheuer reizvoll, musikalisch verlässt Röntgen jedoch nie gesichertes Terrain. Das zeigt sich nicht zuletzt bei der nur ein Jahr danach entstandene 21. Sinfonie, die im Grunde genommen ein erzspätromantisches Stück ist.

Das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt spielt Röntgens Musik mit der gebotenen Üppigkeit. Satte Streicherflächen bilden eine solide Basis, in die sich Holz- und Blechbläser zumeist homogen einfügen. Nur gelegentlich klingt das Blech ein bisschen ungehobelt und lässt seinen intonatorischen Feinschliff etwas vergessen. Dennoch, die Musik von Julius Röntgen ist ein wichtiges Zeitzeugnis und vermag auch den Vergleich mit seinen Zeitgenossen standzuhalten. Insgesamt ist die Darstellung durch das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt mehr als grundsolide: sie vermag das Wesentliche und die individuellen Eigenheiten dieser Musik zum Vorschein zu bringen.

Guido Krawinkel [04.04.2017]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Röntgen Sinfonie Nr. 9 (Bitonale) 00:16:46
2 Serenade E-Dur 00:19:38
6 Sinfonie Nr. 21 a-Moll 00:19:10

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt Orchester
David Porcelijn Dirigent
 
777 120-2;0761203712021

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