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CD-Besprechung

Giovanni Benedetto Platti

6 Trio sonatas for violin, violoncello and continuo

Giovanni Benedetto Platti

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 06.12.16

MDG 903 1978-6

1 CD/SACD stereo • 65min • 2016

Im Jahre 1722 trat der um 1697 in der Nähe von Padua geborene Giovanni Benedetto Platti in die fürstbischöfliche Hofkapelle zu Würzburg ein. In dem Grafen Rudolf Franz Erwein von Schönborn Wiesentheid, einem Bruder des Fürstbischoffs, fand Platti schon bald einen Freund und Gönner. Dieser Verbindung, vor allem aber dem Umstand, dass der Graf ein begeisterter Cellospieler und Liebhaber insbesondere der italienischen Musik war, verdanken wir 28 Cellokonzerte, 12 Cellosonaten und 20 Triosonaten. Das Besondere an den Triosonaten ist, dass der in Venedig ausgebildete Platti der Solovioline keine weitere Violine an die Seite stellt, sondern – völlig unüblich für diese Zeit – ein Violoncello als zweite Solostimme. Dies ist natürlich in der Verschränkung mit dem Violoncello aus der Continuo-Gruppe klanglich höchst reizvoll, gerade dann, wenn das Continuo nicht nur stützend, sondern gleichberechtigt mit den Solisten agiert. Und wenn ich schon beim Continuo bin: In zwei der sechs hier eingespielten Triosonaten, der Sonate g-Moll WD 691 und A-Dur WD 683, erklingen Cembalo und Orgel gemeinsam, was diesen beiden Werken einen ganz besonderen Reiz verleiht. Womit ich bei meinem einzigen Kritikpunkt bin: Klanglich sind mir Cembalo und Orgel einfach zu sehr in den Hintergrund gerückt.

Die Sonaten geben sich alle sehr elegant, bisweilen verführerisch und schlagen durchweg ein gefälligen bis verspielten Ton an. Imitatorisch gesetzt, die schnellen Sätze von einnehmender Leichtigkeit, expressive Melodielinien in den langsamen Sätzen – all das spricht für Plattis italienisches Erbe; verbunden mit einer unüberhörbaren Empfindsamkeit weisen Plattis Sonaten in ihrer Abkehr von der strengen Kontrapunktik aber auch auf das, was man als sogenannten galanten Stil bezeichnet. Das auf Originalinstrumenten und historisch orientiert musizierende Ensemble Armoniosa lässt diese Musik völlig unprätentiös für sich selbst sprechen. Zwar könnte manches rhetorisch etwas ausgefeilter sein oder dem Affektgehalt mancher Sätze ein klein wenig mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Aber die klare Artikulation und exzellente Phrasierungskunst, überhaupt, die feine Elastizität und der natürliche sangliche Ausdruck im Spiel des gesamten Ensembles nehmen ohne Wenn und Aber für sich ein.

Christof Jetzschke [06.12.2016]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G.B. Platti Sonate g-Moll WD 691 für Violine, Violoncello und B.c. 00:09:25
5 Sonate B-Dur WD 689 für Violine, Violoncello und B.c. 00:12:44
9 Sonate e-Moll WD 678 für Violine, Violoncello und B.c. 00:10:22
13 Sonate D-Dur WD 680 für Violine, Violoncello und B.c. 00:09:38
17 Sonate c-Moll WD 694 für Violine, Violoncello und B.c. 00:09:52
20 Sonate A-Dur WD 683 für Violine, Violoncello und B.c. 00:12:29

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Armoniosa Ensemble
 
903 1978-6;0760623197869

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