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CD-Besprechung

bassoon FAGOTT! bassoon

transcriptions and originals for bassoon and orchestra

Coviello Classics COV 91517

1 CD • 62min • 2014, 2015

05.01.2016

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Man muss schon tief in den Archiven der Musikgeschichte graben, um eine komplette CD mit wirklich attraktiven Werken für konzertierendes Fagott und Orchester füllen zu können. Was also tun, wenn man nicht zum wiederholten Mal auf Mozart, Carl Maria von Weber, das ein oder andere Bravourstück von Vivaldi oder ein Rosetti-Konzert zurückgreifen möchte? Neues Repertoire für Fagottisten zu erschließen ist das Ziel von Hanno Dönneweg, Solo-Fagottist des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR. Aus diesem Grund hat er bei Andreas N. Tarkmann eine Reihe von Bearbeitungen unterschiedlicher Werkgattungen und Besetzungen für Fagott und Orchester in Auftrag gegeben, von denen nun einige hier auf CD vorliegen.

Stand ich anfangs doch etwas zwiespältig diesem Unterfangen gegenüber, so bin ich inzwischen von dieser Veröffentlichung sehr angetan. Und das liegt zum Großteil an den Arrangements selbst, die so manchen inspirierten Dialog zwischen Fagott und Orchesterstimmen bergen. Die aber in erster Linie die Frage nach bzw. den Vergleich mit dem jeweiligen Original erst gar nicht aufkommen bzw. als notwendig erscheinen lassen. Hätten Schuberts Arpeggione-Sonate, die Fagottsonate und die Variationen über A frog he went a-courting für Cello und Klavier von Paul Hindemith sowie Erwin Schulhoffs Hot-Sonate für Saxophon und Klavier genauso geklungen, hätte der Komponist von vornherein an ein konzertierendes Fagott und Orchester gedacht? Ich glaube, ja. Die Bearbeitungen lassen nichts vermissen. Raffiniert instrumentiert wahren sie stets eine schlanke Durchsichtigkeit und überzeugen mit feinsten Kolorierungen und reizvollen klanglichen Effekten. Dass sie aber auch über bloße Instrumentierungen hinausgehen, zeigt beispielsweise Schuberts Arpeggione-Sonate, in welcher manche Solopassage einer Orchesterstimme zugedacht oder auf Fagott und Orchesterstimme verteilt wurde, um dem Fagott eine Atempause zu verschaffen, eine Pause, die die Arpeggione oder ein Cello natürlich nicht nötig hat. Fast bekommt man aber den Eindruck, als verfüge Hanno Dönneweg über einen unendlichen Atem. Sein geschmackvoll phrasiertes und artikulatorisch ausgefuchstes, sein alles in allem untadeliges Spiel durchzieht ein nie abreißender pulsierender Strom, der brillante Virtuosität mit anmutiger Gesanglichkeit und großer Ausdruckskraft verbindet.

Eine etwas akzentuiertere und darstellungsfreudigere Herangehensweise hatte ich mir allerdings vom Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR erhofft, das sich für mein Empfinden mehr auf den rein klanglichen Aspekt der Arrangements zu konzentrieren scheint, auch in dem vermeintlich einzigen Original dieser Produktion, Carl Maria von Webers Andante e Rondo ungarese, das der Komponist ursprünglich für Viola und Orchester, dann aber selbst für Fagott und Orchester umgeschrieben hatte. Auch die Hitze und Sinnlichkeit in Erwin Schulhoffs „überdrehtem Jazzkonzert“, wie Andreas N. Tarkmann Schulhoffs Hot-Sonate, die Auseinandersetzung des Komponisten mit dem Jazz der 1920er Jahre bezeichnet, kommt in der Musizierhaltung des Orchesters etwas zu kurz. Aber dieser Einwand ändert nichts an der Bewertung dieser außerordentlich gelungenen Produktion.

Christof Jetzschke [05.01.2016]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Franz Schubert
1Sonata a minor D 821 (Arpeggionesonate) 00:22:41
Carl Maria von Weber
4Andante e Rondo ungarese c-Moll op. 35 J 158 für Fagott und Orchester 00:09:41
Paul Hindemith
6Sonate 00:08:43
8Sonate for Violoncello and Piano (A frog went acourting, Variations on an Old-English Nursery Song) 00:05:50
Erwin Schulhoff
9Hot Sonate for Alto Saxophone and Piano 00:15:01

Interpreten der Einspielung

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