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CD-Besprechung

J.S. Bach

Birthday Cantatas

J.S. Bach

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 23.11.15

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BIS 2161

1 CD • 73min • 2014

Bis Mitte der 90er Jahre war das Bach Collegium Japan nur eines von vielen kleinen Ensembles, die seinerzeit wie Pilze aus dem Boden schossen. Erst mit der Gesamtaufnahme aller Kirchenkantaten von Johann Sebastian Bach katapultierte man sich an die Speerspitze der historischen Aufführungspraxis, hatte doch hier nicht nur ein musikalischen weitgehend unbeschriebenes Blatt namens Masaaki Suzuki das nötige Durchhaltevermögen, um so ein riesiges Projekt durchzuziehen, sondern tat er dies auch noch mit einer künstlerischen Integrität, die in jeder Beziehung Maßstäbe setzte.

Das Kantaten-Projekt ist längst Geschichte, doch das Thema Bach hat Suzuki nicht losgelassen, wie zahlreiche weitere Einspielungen belegen. Auf dieser CD nun hat sich der Leiter des Bach Collegiums Japan zwei Geburtstagskantaten Bachs angenommen: der Glückwunschkantate zum 11. Geburtstag des sächsischen Kurprinzen Friedrich Christian „Lasset uns sorgen, lassen uns wachen“ (BWV 213) und der Glückwunschkantate zum Geburtstag von Königin Maria Josepha von Sachsen „Tönet ihr Pauken, erschallet Trompeten“ (BWV 214). Beide Werke sind nicht nur ein Beleg für Bachs Schaffenskraft, sondern auch für seine Ökonomie: sie wurden zumindest teilweise im Weihnachtsoratorium wiederverwendet.

Das tut ihrer Originalität keinen Abbruch, schließlich war und ist dieses Verfahren auch bei anderen Komponisten – allen voran dem musikalischen Recyclingkönig Georg Friedrich Händel – gang und gäbe. Dies zumal, wenn die künstlerische Umsetzung so über jeden Zweifel erhaben ist wie bei dieser Einspielung. Mit seinem klein besetzten Chor, aus dessen Reihen auch die durchweg ausgezeichneten Solisten rekrutiert werden, zeigt sich Suzuki einmal mehr als musikalischer Realist, der eine vermittelnde Position gegenüber den Extremen einer rein solistischen oder mit größeren Chören ausgeführten Besetzung einnimmt. Das kleine Ensemble singt mit ausgezeichneter Klangkultur, auch Intonation, Textdeklamation und Gesamtklang sind von erlauchter Qualität.

Da bleiben eigentlich keine Wünsche offen, zumal auch das Orchester sensibel, schwungvoll und mit einer geradezu ansteckenden Spielfreude ans Werk geht. Da wird nichts übertrieben oder über Gebühr ausgewalzt, wie es bei manchen Alte Musik-Ensembles heutzutage durch das ständige Bestreben nach einer vermeintlichen klanglichen Originalität üblich scheint. Nur dass Naturblasinstrumente mitunter so ihre Tücken haben, das ist gelegentlich nicht zu überhören. Aber auch das gehört bei solchen um Authentizität bemühten Aufnahmen dazu und schmälert deren künstlerischen Wert keineswegs.

Guido Krawinkel [23.11.2015]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.S. Bach Herkules auf dem Scheidewege BWV 213 (Laßt uns sorgen, laßt uns wachen, Glückwunschkantate zum Geburtstag des Kurprinzen am 5. September 1733) 00:47:14
14 Tönet ihr Pauken! Erschallet Trompeten! BWV 214 (Dramma per musica. Glückwunschkantate zum Geburtstag der Königin am 8. Dezember 1733) 00:25:20

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Joanne Lunn Sopran
Robin Blaze Countertenor
Makoto Sakurada Tenor
Dominik Wörner Bass
Bach Collegium Japan Ensemble
Masaaki Suzuki Dirigent
 
2161;7318599921617

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