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CD-Besprechung

Ondine ODE 1253-2

1 CD • 54min • 2013

23.06.2015

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Können Bearbeitungen besser als das Original sein? Wenn man diese Einspielung hört, könnte man fast versucht sein, das zu glauben. Denn eines glaubt man ganz gewiss nicht: dass einge auf dieser CD zu hörenden Bearbeitungen eben solche sind.

Benjamin Schmid und seine Begleiterin Lisa Smirnova widmen sich hier einem eher ungewöhnlichen Repertoire für die Kombination Geige/Klavier. Mit Auszügen aus den Preludes op. 34 von Dmitri Schostakowich, den Visions fugitives von Sergei Prokofiew und einer kurzen Suite aus der Dreigroschenoper von Kurt Weill bewegen sie sich dabei in einem stilistischen Grenzland zwischen Spätromantik, Impressionismus und Moderne, eine hochspannende Kombination, die immer wieder für musikalische Überraschungen gut ist.

Schostakowitch selbst soll beim Hören seiner Bearbeitungen vergessen haben, dass er die Preludes eigentlich für Klavier solo geschrieben hatte. So ,violinistisch′ erschien ihm der Klang. Das lässt sich ohne jegliche Abstriche auch auf die anderen Bearbeitungen übertragen, wenn auch vor allem die Preludes ganz auf den geigerischen Effekt und die Ausschöpfung des musikalischen wie technischen Potentials dieses Instrumentes hin geschrieben sind. Wenn dann noch ein Geiger vom Niveau eines Benjamin Schmid hinzu kommt, kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen. Er reizt die Stücke aus, die doppelbödige bis bärbeißige Ironie eines Schostakowitch ebenso wie die luziden Klangwelten Prokofiews oder die schmissigen Songs Weills.

Bei letzteren darf es schon mal etwas schmalzig klingen, hier legen Schmid und Smirnova sich mächtig ins Zeug, schwurbeln und hämmern, was das Zeug hält und trumpfen mit einer herrlich musikantischen Interpretation auf.

Überhaupt empfiehlt sich Lisa Smirnova als ausgesprochen sensible Begleiterin, die nicht nur im übertragenen Sinne stets den richtigen Ton trifft. Bei den Preludes, bei denen der Geigenpart diesem Instrument geradezu auf den Leib geschrieben zu sein scheint und das Klavier etwas zurücktritt, agiert sie ein wenig im Hintergrund, doch hat sie genügend Gelegenheit eigene Akzente – mal subtilere, mal solche derberer Art – zu setzen. Gerade die Visions fugitives bieten hierzu reichlich Gelegenheit.

Insgesamt ist diese CD also eine rundum gelungene Angelegenheit: ein Repertoire abseits ausgetretener Repertoirepfade, zwei kongeniale Musiker, was braucht man mehr?

Guido Krawinkel [23.06.2015]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Dimitri Schostakowitsch
124 Preludes op. 34 for Piano 00:18:47
Sergej Prokofjew
15Visions fugitives op. 22 00:23:30
Kurt Weill
35Die Dreigroschenoper 00:12:06

Interpreten der Einspielung

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