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CD-Besprechung

gutingi 250

1 CD • 60min • 2012

02.04.2014

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Vor einiger Zeit besprach ich an gleicher Stelle Ion Bogdan Stefanescus CD Forgetmenot mit Flöten-Solowerken von Violeta Dinescu. Nun legt er nach: Das Programm Sieben Rosen hat der Strauch verbindet als Rahmenwerk den Solo-Miniaturenzyklus Sieben Rosen mit Jocuri, sechs Werken für Flötenensemble in unterschiedlichen Besetzungen (nach der Primzahlreihe für 3, 5, 7, 11, 17 und 31 Flöten). Im Multitrack-Verfahren spielt Stefanescu alle Stimmen selbst. Die seit Langem im Deutschland lebende Komponistin Violeta Dinescu hegt eine besondere Vorliebe für die Flöte mit ihrem hochflexiblen Klangspektrum und vielfältigen Möglichkeiten der Tonmodifikation und hat das Instrument mit zahlreichen Kompositionen bedacht. Stefanescu erweist sich hier – wie schon bei Forgetmenot – als idealer, engagierter Interpret ihrer Flötenmusik.

Bei beiden eingespielten Zyklen handelt es sich um Neueste Musik – beide Werke entstanden 2012. Dinescu fährt in ihren „imaginären Flötentanzgesten in einem imaginären Raum“ (fast) die gesamte Palette dessen auf, was sich klanglich (und klangverfremdend) auf einer Flöte machen lässt: Mikrotonalität, Con-voce-Spiel, Finger- und Atemvibrati, Sputato etc. Stefanescu verwirklicht die Klangwelt der Komponistin auch kompetent und überzeugend, aber obwohl sich (insbesondere in den Solostücken) zuweilen Passagen von großer poetischer Schönheit, Magie und inniger Zartheit finden, muss ich an dieser Stelle meine Vorbehalte, die ich schon im Zusammenhang mit Stefanescus Solo-CD Forgetmenot äußerte, wiederholen: Dinescus Musik mag hochartifiziell konstruiert und strukturiert sein (so legt es zumindest der Booklet-Text nahe), man hört jedoch im Grunde eine Musik von improvisatorischem Gestus und amorpher Form. Dinescus Mittel und Duktus sind stets sehr ähnlich. Mir fehlen oft ein gewisser dramaturgischer Spannungsbogen bzw. wahrnehmbare motivische Entwicklungen. Vieles erinnert haarklein an die japanische Flötenavantgarde der 1970-er Jahre. Dies in Verbindung mit dem immerwährenden Flötenklang (Flöte bleibt nun einmal Flöte) ermüdet sehr rasch. Wie viel feiner und konstruktiver wäre es gewesen, die Flöte (oder Flöten) in Korrespondenz mit weiteren Instrumenten zu stellen! Die Solostücke überzeugen in ihrer Lakonik weit mehr als die Ensembles, in denen sich das musikalische Geschehen oft zu verlaufen scheint. Ich kann in Dinescus Flötenmusik nur wenig Entwicklungspotential erkennen und ihre Statik lässt meine Ohren ziemlich schnell auf „Durchzug“ schalten. In einzelnen Portionen genossen aber, kann sich manchmal durchaus ein gewisser Zauber Bahn brechen.

Heinz Braun [02.04.2014]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Violeta Dinescu
1Sieben Rosen hat der Strauch 01:00:16

Interpreten der Einspielung

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