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CD-Besprechung

Louis Spohr
Symphonies 4 & 6

Louis Spohr<br />Symphonies 4 & 6

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 04.10.13

Klassik Heute
Empfehlung

cpo 777 745-2

1 CD • 76min • 2010

Selbst im Umfeld einer Repertoirepolitik, die fast ausschließlich bislang zu Unrecht vernachlässigte Musik verfügbar macht, erscheint die Louis-Spohr-Edition als eines der bedeutendsten laufenden Projekte des Osnabrücker Labels cpo. Im Falle dieser Edition kommen mehrere Umstände zusammen: zunächst die Meisterschaft des Komponisten (1784 – 1859), der vielleicht nicht ganz an die absoluten Spitzen seiner Zeit wie Beethoven, Schumann und Mendelssohn heranreicht, jedoch eine Natürlichkeit, Organik und Eigenständigkeit des Komponierens verwirklichte, die dem Bild deutscher Romantik eine wichtige Farbe hinzufügt; dann aber auch die hohe Qualität der NDR Radiophilharmonie Hannover, die sich auf allen bislang erschienenen Tranchen (enthaltend die Sinfonien 1, 2, 3, 6, 8 und 10 sowie ausgewählte Ouvertüren) von ihrer besten Seite zeigt und schließlich die Wahl des Dirigenten Howard Griffiths, dem Spohrs Musiksprache sehr liegt.

Auch die aktuelle, bereits 2010 entstandene Folge mit den Sinfonien Nr. 4 und 5 sowie der Ouvertüre zum Schauspiel Der Matrose ist sehr zu empfehlen, weil die Werke weit über den Status bloß interessanter Raritäten hinausgehen. Besonders die vierte Sinfonie Die Weihe der Töne überbietet in ihrer greifbaren Programmatik Beethoven oder auch Berlioz und verweist somit direkt auf Liszt, Wagner und Strauss voraus. Vor allem aber hat Spohr in der vierten Sinfonie, ähnlich wie in der sechsten Sinfonie „Historische Symphonie im Styl und Geschmack vier verschiedener Zeitabschnitte“, die heute geradezu aufregend modern wirkt, ganz eigene Ideen- und Formmodelle realisiert, die im Kontext der Romantik viel mehr Beachtung finden sollten. Bei aller Experimentierfreudigkeit sind diese Modelle auch immer geglückt, man höre etwa den plausiblen Satzübergang vom Scherzo mit dem feierlichen Choralende zur Begräbnismusik des Finales in der vierten Sinfonie.

Da ist es ein Glücksfall, dass diese Meisterwerke durch die cpo-Edition in allen Aspekten mustergültig vorgestellt werden. Zugrunde liegt die Kritische Ausgabe der Sinfonien und Konzertouvertüren von Bert Hagel, der auch die exzellenten Beihefte verfaßt hat; man kann die besprochenen Stellen der Kompositionen sogar per Zeitangabe der CD direkt anwählen – das ist nicht anders als vorbildlich zu nennen. Zudem ist das Orchester wunderbar plastisch abgebildet. Am höchsten zu loben aber ist die NDR Radiophilharmonie Hannover selbst, die phantastisch klingt, energisch konturiert in den einzelnen Streicherchören, unaufdringlich präsent in den Holzbläsern und geschmackvoll schmissig im Blech (man höre etwa die Trompeten im martialischen Scherzo der vierten Sinfonie); besonders hervorzuheben ist der seidige Streicherklang und die überhaupt sehr runde Totale. Howard Griffiths tut gut daran, einen sozusagen romantischen Klang zu entwickeln, der nicht modisch verknappt wird; allzu kulinarischen Auswüchsen tritt er mit einer wohldosierten Bestimmtheit entgegen, die in den schnellen Sätzen beachtliche Energien schafft, jedoch Hektik stets vermeidet. Für wünschenswerte Folgeinterpretationen der sinfonischen Kunst Louis Spohrs haben die Hannoveraner unter Griffiths die Meßlatte sehr hoch gelegt.

Dr. Michael B. Weiß [04.10.2013]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L. Spohr Sinfonie Nr. 4 F-Dur op. 86 (Die Weihe der Töne, Tongemälde in Form einer Sinfonie) 00:39:25
5 Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 102 00:31:07
9 Ouvertüre WoO 7 (Der Matrose, nach Karl Birnbaums Stück) – Allegretto moderato - Presto 00:05:35

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
NDR Philharmonie Hannover Orchester
Howard Griffiths Dirigent
 
777 745-2;0761203774524

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