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CD-Besprechung

Hommage

Armin Egger

Hommage

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 26.07.13

Klassik Heute
Empfehlung

Ars Produktion 38 137

1 CD/SACD stereo/surround • 64min • 2013

Der Hauptgedanke dieses Albums, dass nämlich die einzelnen Stücke auf verschiedene Weisen „Hommagen“ sind, bindet Armin Eggers Rezital tatsächlich zu einer konzeptionellen Einheit zusammen, ohne dass der Gedanke gleich zu Tode geritten würde. Daraus resultiert der überzeugende Eindruck der Produktion als Ganzes – unabhängig davon, dass der Grazer Gitarrist zudem mit hoher Sensibilität und vollendetem Geschmack spielt. Zwar finden sich mit zwei der im 19. Jahrhundert so beliebten Paraphrasen aus erfolgreichen Opern und zwei Schubert-Bearbeitungen tatsächlich Reverenzen an berühmte Werke, und das gesamte Programm läuft zu auf die ästhetisch avancierteste und kompositorisch bei aller Groteske ernsthafteste „Omaggio a Boccherini“, nämlich Mario Castelnuovo-Tedescos Sonate D-Dur op. 77 aus dem Jahre 1934. Doch obwohl es sich dabei nicht deutlich sichtbar um regelrechte Hommagen handelt, wird diese Aufnahme sehr passend eingeleitet durch zwei substantielle Walzer aus Barrios op. 8, die en miniature schon die ganze Kunst Eggers zeigen: Seine wunderbare Farbgebung, welche die Flageoletts sinnlich schimmern läßt, seine sinnreiche Phrasierung, schließlich sein schlafwandlerisches Timing – schon ein Drücker oder ein zu starkes Ritardando könnte in diesen kostbaren Kleinodien zu viel sein. Die eindrucksvollste Entdeckung dieses Programms ist jedoch wohl die sehr konzise, doch wahrlich auratische Suite La catedral Barrios' - ein Kunstwerk der Komposition für dieses Instrument und eine Meisterleitung subtilster, dabei spannungsvollster Interpretation, die zudem klanglich sehr natürlich dokumentiert wurde.

Während Castelnuovo Tedescos geistreicher Neoklassizismus dem Spieler eher entgegenkommt, ist in den Opernparaphrasen seine Geschmackssicherheit gefragt: Caspar Joseph Mertz hat seine „Opernrevue“ nach Wagners Fliegendem Holländer bearbeiterisch eher anspruchslos angelegt, die formale Geschlossenheit von Tarregas „Fantasie“ über Verdis La Traviata erreicht Mertz nicht. Eggers bringt diese uns heute fremd scheinenden Kompositionen jedoch durch seine Genauigkeit und Feinheit zum Schweben. Das Sahnehäubchen dieser kurzweiligen Produktion ist Tarregas Evergreen Recuerdos de la Alhambra, ein dramaturgisch präzise gesetzter alter Bekannter inmitten von Entdeckungen. Eine hörenswerte Produktion!

Dr. Michael B. Weiß [26.07.2013]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 A.P. Barrios Mangoré Vals op. 8 Nr. 3 00:04:37
2 Vals op. 8 Nr. 4
3 La Catedral 00:02:05
6 F. Tárrega Fantasía sobre motivos La Traviata (nach Giuseppe Verdi - Bearb. für Gitarre) 00:06:44
7 Recuerdos de la Alhambra 00:04:55
8 J.K. Mertz Der fliegende Holländer op. 8 Nr. 34 (Opernrevue) 00:12:49
9 F. Schubert Ständchen (Bearb. für Gitarre) 00:03:34
10 Liebesbotschaft (Bearb. für Gitarre) 00:03:15
11 M. Castelnuovo-Tedesco Sonata D-Dur op. 77 (Omaggio a Boccherini) 00:16:24

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Armin Egger Gitarre
 
38 137;4260052381373

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