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CD-Besprechung

cpo 777 784-2

1 CD • 65min • 2012, 2011

27.03.2013

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Es ist eine interessante Idee, Béla Bartóks erstes Orchesterwerk, die sinfonische Dichtung Kossuth, mit dem Konzert für Orchester zu koppeln, dem letzten vollendeten orchestralen Opus des Komponisten. Allerdings ist Cornelius Meister nicht der Erste, dem diese Kombination eingefallen ist. Iván Fischer tat dasselbe auf einer 1998 veröffentlichten (und mittlerweile gestrichenen) Einspielung füür Philips. Und überhaupt stellt sich die Frage, wie sich Meisters Interpretation angesichts zahlreicher Konkurrenz (auch von Kossuth liegen mehrere Aufnahmen vor) zu behaupten weiß.

Das Positive zuerst: Es gelingt ihm nicht schlecht. Der 33-jährige Dirigent öffnet mit dem ORF Radio-Sinfonieorchester Wien, dem er seit 2010 als Chefdirigent vorsteht, auf überzeugende Weise die Tiefendimensionen des Konzerts für Orchester. Das orchestrale Geflecht der Partitur durchleuchtet er mit wachem, analytischen Geist und findet vor allem in den Streichern zahlreiche wertvolle Details, die sonst oft unter den Primärfarben verborgen bleiben. Das zeigt sich auf besonders schöne Weise in der zentralen Elegia, deren verlorener, gar verzweifelter Charakter adäquat abgebildet wird. Im Finale verzichtet Meister auf eine bloße Zurschaustellung orchestraler Virtuosität; eine Tour de Force wie etwa bei Fischer oder auch bei Fritz Reiner (RCA) darf man hier nicht erwarten. Dafür findet eine konsequente Entwicklung statt, die eine regelrechte Sogwirkung bis hin zur explosiven Coda entfaltet.

Andererseits soll nicht verschwiegen werden, dass es weit pointierte, tänzerische Deutungen des zweiten Satzes gibt, der hier ein klein wenig steifleinen daherkommt; die kleine Trommel könnte auch etwas deutlicher abgebildet sein. Die äußerst gemessenen Tempi, die Meister in Kossuth wählt (das Stück dauert bei ihm gut drei Minuten länger als unter Kocsis bei Hungaroton), rauben dem überschwänglichen Jugendwerk einiges von seiner dramatischen Schlagkraft. Dafür kann man die Abschnitte einzeln anwählen, wenn man möchte. Reine Freude verbreiten dann die Rumänischen Volkstänze am Schluss der CD. Es gibt also insgesamt mehr zu loben als zu bemängeln: eine überzeugende Visitenkarte für Dirigent und Orchester. Für die allererste Wahl ist dann allerdings doch die Konkurrenz zu stark, daher die "7" für den Gesamteindruck.

Thomas Schulz [27.03.2013]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Béla Bartók
1Kossuth BB 31 (Sinfonische Dichtung) 00:21:37
11Konzert für Orchester BB 123 Sz 116 00:37:52
16Rumänische Volkstänze 00:05:47

Interpreten der Einspielung

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