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CD-Besprechung

J.S. Bach • F. Mendelssohn Bartholdy • R. Schumann

Sony Classical 2 CD 88725476692

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 03.12.12

Sony Classical 88725476692

2 CD • 67min • 2012

Des verbalen Bekenntnisses von Martin Stadtfeld im CD-Heft, dass nämlich zwischen Felix Mendelssohn und Johann Sebastian Bach starke Beziehungen beständen, hätte es eigentlich gar nicht bedurft – Stadtfelds Spiel zeugt schlüssig genug davon. Vielleicht weniger in der Zehnerauswahl aus den Liedern ohne Worte (die Stadtfeld mit den Präludien aus dem Wohltemperierten Klavier vergleicht), hier als kleine, abwechslungsreiche Preziosen vorgestellt. Nein, die Parallelen werden besonders offenbar in Mendelssohns wohl bedeutendster Klavierschöpfung, den Variations sérieuses op. 54. In einem gewissen Sinne eine Weiterführung von Bachs Goldberg-Variationen, konzentrierter zwar, aber kaum minder vielschichtig. Stadtfeld verweist auf die polyphone Grundstruktur mancher Abschnitte, er zielt auf äusserst klare Linienführung. Und zeigt andererseits auf, wie viel zeitgemäße Virtuosität auch in dieser Musik steckt. Milder geht's auf der viertelstündigen Bonus-CD zu – Bearbeitungen von Bach-Stücken fürs (moderne) Klavier, konzipiert von Busoni, Myra Hess und einmal sogar (Schlusschor der Matthäus-Passion) von Stadtfeld selber.

Es gibt ein Element in dieser Mendelssohn-Darbietung, dem Stadtfeld entschlossen ausweicht: jenem Leichten, Eleganten, ja Molluskenhaften, das man dem Komponisten nur allzu oft unterschiebt. Lieber energisch zugreifen als sanft verzärteln, scheint die gar nicht so geheime Devise zu lauten. Dieses Anliegen findet sich fast noch frappanter im ersten Klavierkonzert g-Moll realisiert. Die Interpretation vermag Entscheidendes von jenem Überschwang zu vermitteln, die den 22jäährigen Komponisten nach einer glücklichen Italienreise prägte. Brillanz, Draufgängertum, sogar Gefühlsemphase tun sich kund und belegen, wie sehr Mendelssohn – bei aller Bach-Begeisterung – der romantischen Aufbruchstimmung keineswegs aus dem Weg gehen wollte.

Während die Solostücke (mit einer Ausnahme) Studioproduktionen sind, wurde das g-Moll-Konzert im Konzertsaal mitgeschnitten – im Juli 2012 beim Rheingau Musik Festival in Wiesbaden. Die Begleitung durch die Academy St Martin the Fields unter Neville Marriner gibt sich zwar frisch und unverkrampft, doch in der Ausgestaltung eher pauschal.

Mario Gerteis † [03.12.2012]

Komponisten und Werke der Einspielung

CD 1
Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Mendelssohn Bartholdy Klavierkonzert Nr. 1 g-Moll op. 25 00:20:49
4 Variations sérieuses d-Moll op. 54 00:11:54
5 Lied ohne Worte A-Dur op. 62 Nr. 6 (Frühlingslied) – Andante grazioso 00:02:00
6 Lied ohne Worte fis-Moll op. 30 Nr. 6 (Venezianisches Gondellied) 00:02:20
7 Lied ohne Worte D-Dur op. 85 Nr. 4 – Andante sostenuto 00:02:24
8 Reiterlied d-Moll 00:01:46
9 Lied ohne Worte Es-Dur op. 67 Nr. 1 – Andante 00:02:33
10 Lied ohne Worte c-Moll op. 38 Nr. 2 – Allegro non troppo 00:02:05
11 Lied ohne Worte As-Dur op. 38 Nr. 6 (Duettino) – Andante con moto 00:02:44
12 Lied ohne Worte Nr. 1 E-Dur op. 19b – Andante con moto 00:03:07
13 Lied ohne Worte C-Dur op. 67 Nr. 4 (Spinnerlied) – Presto 00:01:47
14 Lied ohne Worte F-Dur op. 53 Nr. 4 – Adagio 00:03:09
CD 2
Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 R. Schumann Erinnerung op. 68 Nr. 28 00:01:51
2 J.S. Bach Wir setzen uns mit Tränen nieder (Schlußchor; aus: Matthäus-Passion BWV 244; Bearb.: Martin Stadtfeld) 00:05:41
3 Jesus bleibet meine Freude (Bearb.: Myra Hess) 00:02:53
4 Nun komm, der Heiden Heiland BWV 659 (Choralvorspiel - Bearb. für Klavier)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Martin Stadtfeld Klavier
 
88725476692;0887254766926

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