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CD-Besprechung

L.v. Beethoven • J. Brahms • P. Hindemith

Challenge Classics 1 CD CC72524

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 18.11.11

Challenge Classics CC72524

1 CD • 74min • 2011

Es ist ganz schön riskant, was die beiden Musiker hier probieren, doch insgesamt, ich sag’s gleich vorab, bestehen sie ihre selbstgewählten Prüfungen auf durchaus brillante Weise. Dabei will ich auf Carl Czernys Cello-Bearbeitung der Kreutzer-Sonate gar nicht erst eingehen: Diese Musik ist so sehr aus dem Innern der Geige heraus erfunden wie das Violinkonzert, das sich aus gutem Grunde (und trotz der spannenden Paukenkadenz) nicht einmal in Beethovens eigener Klavierfassung hat durchsetzen können – und jede Verlagerung ihrer Schwingungen in tiefere Regionen zersetzt die Substanz, auch wenn das Instrument mit so prächtigen Nasalen spricht wie hier.

Die beiden andern Programmpunkte verdienen indes nicht nur spieltechnische, sondern auch musikalische Anerkennung. Mit großer Wonne rauschen Jelena Ocic und Federico Lovato durch fünf der „Studien“, in denen Ignaz Moscheles verschiedene wohltemperierte Präludien auf die zwischen den Zeilen steckenden Melodien abgeklopft hat: Das Ergebnis ist erheblich annehmbarer als das ewige Ave Maria des französischen Kollegen Charles Gounod und lädt zu genau dem saftig-kräftigen Spiel ein, das wir zu hören bekommen.

Ganz vorzüglich geraten ist schließlich Paul Hindemiths Sonate op. 11 Nr. 3. Dieses Stück von 1919 geht in den Ecksätzen mit der köstlichen Hemdsärmeligkeit eines Komponisten über die Rampe, der ganz genau weiß, dass seine Musik „nett kaputt ze krijje“ ist, der in dem subtilen langsamen Marsch aber auch vor ganz unironischen Emotionen nicht zurückschreckt. Die sehr feinsinnige Umsetzung dieses bezaubernden Mittelsatzes hat es mir gleich beim ersten Hören besonders angetan und mir darüber hinweggeholfen, dass bei der Einrichtung des Booklets wieder einmal „Volls Trecker“, pardon, der Vollstrecker am Werke war: Mal hacken wir s-t in der Mitte auseinander, damit die Herkunft ganz „ins-truktriv“ in die Binsen geht, mal lassen wir’s „sub-stantiell“ zusammen ...

Rasmus van Rijn [18.11.2011]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 I. Moscheles Melodisch-contrapunktische Studien op. 137a für Violoncello und Pianoforte (5 Präludien aus Bach's "Das Wohltemperierte Clavier") 00:15:06
6 L.v. Beethoven Sonate Nr. 9 A-Dur op. 47 (Kreutzer-Sonate; Bearb. für Violoncello und Klavier) 00:38:33
9 P. Hindemith Sonate op. 11 Nr. 3 für Violoncello und Klavier 00:20:42

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Jelena Ocic Violoncello
Federico Lovato Klavier
 
CC72524;0608917252422

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