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CD-Besprechung

G. Cassadó • Z. Kodály • T. Mayuzumi • E. Ysaÿe

Edition Hera 1 CD 02124

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 04.11.11

Klassik Heute
Empfehlung

Edition Hera 02124

1 CD • 67min • 2011

Es müssen nicht immer die Bachschen Solo-Suiten sein! Welch faszinierende Klänge man einem einzelnen Violoncello entlocken kann, demonstriert die vorliegende CD an Hand von vier sehr verschiedenen Kompositionen aus dem 20. Jahrhundert. Der große belgische Geiger und Komponist Eugène Ysaye hat im Jahr 1923 – neben den sechs berühmten Violin-Sonaten op. 27 – auch das Cello mit einer ausdrucksstarken Solo-Sonate bedacht. Hier werden, basierend auf einer genauen Kenntnis der klanglichen Eigenschaften des Instruments, in spätromantischer Klangsprache sehr persönliche Empfindungen auf sensible Weise zum Ausdruck gebracht.

Die 1915 komponierte Solo-Sonate op. 8 von Zoltan Kodály zählt zu den absoluten Höhepunkten der Celloliteratur. Von extrovertierterem Charakter als Ysayes Werk macht sie von allen technischen Möglichkeiten des Cellos Gebrauch und stellt höchste Ansprüche an den Ausführenden. In Melodik, Rhythmik und Klangfarben ist sie vom Einfluss ungarischer Volksmusik geprägt. Dagegen verbreitet die 1921 entstandene Suite von Gaspar Cassadó spanisches Flair. Der berühmte katalanische Cello-Virtuose, der das Repertoire für sein Instrument um zahlreiche Arrangements und Eigenkompositionen bereichert hat, lässt auf einen eindringlichen Monolog eine Sardana, den katalanischen Nationaltanz, und einen Schlusstanz im Stil einer Jota mit Flamenco-Anklängen folgen.

In eine gänzlich andere Welt entführt die Komposition Bunraku aus dem Jahr 1960 von Toshiro Mayuzumi. Formal lehnt sie sich an einen Typ des traditionellen japanischen Puppentheaters an, bei dem ein Sprecher-Sänger von einem Shamisen, einem dreisaitigen Zupfinstrument, begleitet wird. So wie der Rezitator gleichzeitig die Handlung vorträgt und die verschiedenen Charaktere der Marionetten und ihre Gefühle zum Ausdruck bringt, wechseln in Mayuzumis Musik erzählende Passagen mit solchen, in denen man unterschiedliche Stimmen zu hören glaubt. Vielfältige Pizzicati und Glissandi geben dem Ganzen einen fremdartigen Reiz.

Der französische Cellist Francis Gouton, langjähriger Solocellist von Helmuth Rillings Stuttgarter Bach Collegium und heute Professor an der Musikhochschule Trossingen, macht die immensen technischen Schwierigkeiten dieses Programms vergessen und bringt die Musik auf souveräne Weise zum Sprechen. Aufnahmetechnisch ist der Celloton mit größtmöglicher Natürlichkeit eingefangen. Der CD ist eine interessante Video-DVD beigegeben, die Impressionen von den Aufnahmesitzungen (Mayuzumi und Cassadó) und ein Interview des Solisten mit der Musikredakteurin Susanne Benda enthält.

Sixtus König † [04.11.2011]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 E. Ysaÿe Sonate c-Moll op. 28 für Violoncello solo (à Maurice Dambois) 00:14:17
5 Z. Kodály Sonate op. 8 für Violoncello solo 00:30:23
8 G. Cassadó Suite für Cello (à Francesco von Mendelssohn) 00:14:30
11 T. Mayuzumi Bunraku für Violoncello solo (dedicated to Mr. Sôlchiro Chara) 00:08:09

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Francis Gouton Violoncello
 
02124;4025463021245

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