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CD-Besprechung

D. Pejačević

cpo 1 CD 777 419-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 05.09.11

cpo 777 419-2

1 CD • 33h 28min • 2008

Die 1885 in Budapest geborene Komponistin Dora Pejacevic entstammte einer alten kroatischen Adelsfamilie. Sie studierte in Zagreb, Dresden und München und stand mit verschiedenen Geistesgrößen ihrer Zeit wie Annette Kolb, Karl Kraus und Rainer Maria Rilke in Kontakt. Sie lebte überwiegend auf dem Familienschloss in Nasice (Slawonien), hielt sich aber auch zeitweilig in Budapest, Prag und Wien sowie nach ihrer Heirat in München auf, wo sie 1923 nach der Geburt eines Kindes starb. Dora Pejacevic schrieb als erste Frau in Kroatien Orchestermusik (Sinfonie, Klavierkonzert, Phantasie concertant), doch nehmen Vokalkompositionen und Kammermusik den breitesten Raum in ihrem Schaffen ein.

Das Klaviertrio C-Dur op. 29, Pejacevics zweites Werk dieser Gattung, entstand 1910 und verbindet souveräne Beherrschung des kammermusikalischen Stils mit einer ausdrucksvollen spätromantischen Tonsprache. Auf den von schwärmerischer Kantabilität geprägten Kopfsatz in wogendem 6/4-Takt folgt ein folkloristisch angehauchtes Scherzo mit einem ruhigen Trio im 5/4-Takt und ein vielgliedriger Satz nach Art eines Rondos, der einen lyrischen Lento-Teil mit bewegteren Episoden alternieren lässt. Das Finale bildet ein schwungvolles, polyphon verdichtetes Allegro risoluto in Sonatenform.

Die Cello-Sonate e-Moll op. 35 wurde drei Jahre später komponiert und erhielt ihre endgültige Form 1915. Auch hier verlässt Pejacevic nicht die Tonalität, innerhalb derer sie sich allerdings sehr einfallsreich bewegt und mit mancherlei Feinheiten aufwartet. Die Sonate ist ebenfalls viersätzig angelegt, mit einem elegischen Eingangssatz, einem spritzigen, tänzerischen Scherzo, einem wundervoll slawisch-schwermütigen Adagio sostenuto – das wiederum durch Verwendung des 5/4-Taktes einen vagen, ungreifbaren Charakter erhält – und einem effektvoll gesteigerten Schluss-Allegro.

Der aus Zürich stammende Cellist Christian Poltéra und der in Kammermusik erfahrene Oliver Triendl am Klavier bieten eine vollblütige Wiedergabe des dankbaren Werkes, das – ebenso wie das Trio – unbedingt Eingang ins Repertoire finden sollte. Im Trio werden die beiden tonschön (wenn auch in der Phrasierung nicht immer ganz überzeugend) ergänzt durch den ukrainischen Geiger Andrej Bielow.

Sixtus König † [05.09.2011]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 D. Pejačević Trio C-Dur op. 29 für Violine, Violoncello und Klavier 00:35:27
5 Sonate e-Moll op. 35 für Violoncello und Klavier 00:28:12

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Andrej Bielow Violine
Christian Poltéra Violoncello
Oliver Triendl Klavier
 
777 419-2;0761203741922

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