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CD-Besprechung

F. Mendelssohn Bartholdy • R. Schumann

Genuin 1 CD GEN 10192

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 17.11.10

Klassik Heute
Empfehlung

Genuin GEN 10192

1 CD • 77min • 2010

Robert Schumanns Carnaval aus dem Winter 1834/5, dieser virtuose Bilderbogen voller autobiographischer Anspielungen, erfordert vom Interpreten Imaginationskraft und eine brillante Technik. Über beides verfügt die 1983 in Erivan geborene und in Kiew aufgewachsene Pianistin Lilian Akopova, die bei Elisso Wirssaladze in München sowie bei András Schiff und Paul Badura-Skoda studiert hat. Sie präsentiert die zwanzig Szenen einer turbulenten Faschingsnacht, in denen Schumann nicht nur die beiden imaginären Verkörperungen seines eigenen Wesens, den empfindsamen Eusebius und den feurigen Florestan, sondern auch seine kurzzeitige Verlobte Ernestine von Fricken und seine zukünftige Frau Clara sowie die Komponisten-Kollegen Chopin und Paganini auftreten und schließlich die fortschrittlichen „Davidsbündler“ gegen die spießigen Philister marschieren lässt, sehr plastisch, klar und ohne Sentimentalität. Sie verzichtet auf jeden Pedal-Nebel und bringt den vorzüglich intonierten Flügel prächtig zum klingen.

Auch in den Fantasiestücken aus dem Jahr 1837 bietet Lilian Akopova hochvirtuoses Klavierspiel, wobei es ihr keineswegs darum geht, alle Geschwindigkeitsrekorde – etwa in Traumes Wirren – in den Schatten zu stellen, sondern vielmehr darum, den Charakter und die Vielschichtigkeit jedes einzelnen Stückes plastisch zur Geltung zu bringen. Ein herausragendes Beispiel ist das bis in die feinsten Verästelungen des Klaviersatzes ausgehörte Warum?, ein Wunder an differenzierter Anschlagskunst.

Zwischen den beiden Schumann-Kompositionen erklingt als ideale Ergänzung die dreisätzige Fantasie fis-Moll, ursprünglich als „Sonate écossaise“ bezeichnet, von Felix Mendelssohn Bartholdy, in deren hinreißendem Presto-Finale die Pianistin ein weiteres Mal ihre großartige Fingerfertigkeit unter Beweis stellen kann. Quasi als Zugabe gibt Franz Liszts Klaviertranskription des Liedes Widmung aus Schumanns Liederzyklus Myrten dem klug zusammengestellten Programm die passende Abrundung. Aufnahmequalität und Präsentation sind dem hohen musikalischen Niveau dieser Veröffentlichung angemessen.

Sixtus König † [17.11.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 R. Schumann Carnaval op. 9 (Scènes mignonnes sur quatre notes) 00:31:04
22 F. Mendelssohn Bartholdy Fantasie fis-Moll op. 28 (Sonate écossaise) 00:13:13
25 R. Schumann Fantasiestücke op. 12 00:28:47
33 Widmung op. 25 Nr. 1 00:03:48

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Lilian Akopova Klavier
 
GEN 10192;4260036251920

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