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CD-Besprechung

S. Beamish

BIS 1 CD 1601

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 27.08.10

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BIS 1601

1 CD • 79min • 2005

Es ist keine Schande, Programm-Musik zu schreiben, auch wenn die entsprechenden Werke mit einem abstrakten Titel oder Haupttitel genauso ihr Ziel beim Hörer erreichen. Aber die visuellen, literarischen oder historischen Inspirationsquellen des Komponisten sagen doch etwas über das Werk aus und unterstützen das Verständnis, erweitern die Wahrnehmung dessen, was da scheinbar abstrakt passiert. Die 1956 geborene britische Komponistin Sally Beamish läßt nur in einem der hier eingespielten Werke im Titel bereits das „Programm“ erkennen: Das Flötenkonzert Callisto bezieht sich eindeutig auf die altgriechische Mythologie der erotischen Begegnung des Zeus mit Callisto, deren Verfolgung durch die erzürnte Göttergattin und schließlich die Verwandlung der Callisto in ein Sternbild. Dazu darf die fabelhafte Solistin Sharon Bezaly gleich die ganze Flötenfamilie von Piccolo bis Baß vorführen, und das in einem farbigen, gestischen Werk voller Geheimnisse des Klanges, aber auch voller Temperament und Wollust.

Überhaupt bemerkt man wieder einmal, dass britische Tonsetzer, unabhängig ob mehr konventionell oder mehr avantgardistisch, sich ein gewisses Gefühl für Sinnlichkeit und Körperlichkeit des Klanges erhalten haben, und das betrifft so unterschiedliche Figuren wie Benjamin Britten, Peter Maxwell Davies, Harrison Birtwistle, Mark-Anthony Turnage, Thomas Adès oder eben Sally Beamish. Ihr Violinkonzert geht auf die Lektüre des Romans Im Westen nichts Neues von Erich Maria Remarque zurück und identifiziert den Solopart mit dem einfachen Soldaten, der nach Überleben und Sinn in der Sinnlosigkeit sucht. Anthony Marwood rückt das Werk in die Nähe klassischer Virtuosenkonzerte, ohne aber den inhaltlichen Tiefgang aus dem Auge zu verlieren.

Wenn Sally Beamish ihre einsätzige erste Sinfonie als ersten mühsamen Versuch mit dem großen Orchester beschreibt, so merkt man das dem Stück durchaus auch an; aber spannend ist es in seiner Anlehnung an den „Pibroch“, eine Variationsform der schottischen Dudelsackmusik, dann doch. Das schottische Nationalorchester unter der Leitung des Novitäten-erprobten Martyn Brabbins setzt sich vorbildlich für das Oeuvre dieser interessanten Künstlerin ein.

Dr. Hartmut Lück [27.08.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 S. Beamish Violin Concerto (Anthony Marwood gewidmet) 00:28:40
4 Konzert für Flöte und Orchester (Callisto, 2005) 00:25:09
7 Sinfonie Nr. 1 00:23:26

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Anthony Marwood Violine
Sharon Bezaly Flöte
Royal Scottish National Orchestra Orchester
Martyn Brabbins Dirigent
 
1601;7318590016015

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