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CD-Besprechung

N. Paganini • G. Rossini

Challenge Classics 1 CD/SACD stereo CC72343

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 04.12.09

Challenge Classics CC72343

1 CD/SACD stereo • 72min • 2008

Niccolò Paganini, der „Teufelsgeiger", schrieb seine sechs Violinkonzerte ausschließlich zum eigenen Gebrauch und wachte eifersüchtig darüber, dass keiner seiner Kollegen Einblick nehmen oder gar etwas abkupfern konnte. Veröffentlicht wurden sie erst nach seinem Tode, wobei eigentlich nur die ersten beiden Eingang ins Repertoire fanden – die erst später entdeckten Konzerte Nr. 4-6 sind bis heute eine Art Geheimtip. Die vorliegende Einspielung konzentriert sich ebenfalls auf die beiden bekannten Stücke, die sie mit der Ouvertüre zu Gioachino Rossinis Oper Matilde di Shabran koppelt, deren Premiere Paganini 1821, in letzter Minute für den erkrankten Dirigenten einspringend, erfolgreich leitete.

Auch abgesehen von diesem Ereignis gibt es mancherlei Bezugspunkte. Paganinis Musik wurzelt zutiefst im Theatralischen. Die Sätze seiner Konzerte haben weitgehend den Charakter von Opernarien, in denen die Singstimme durch die Violine ersetzt wird. Das Orchester bereitet die Bühne vor, es schafft eine dramatische oder lyrische Situation, in der der Solist seine Affekte mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln ausleben kann. Die Palette der technischen Herausforderungen reicht dabei von schmachtenden Kantilenen, rasenden Läufen, Arpeggien und weiten Sprüngen bis zu Springbogentechnik, Flageoletts und Doppelgriffen. Gesangliche Themen werden durch virtuose Verzierungen und Koloraturen in ihrem Ausdruck gesteigert. Dass das D-Dur-Konzert mit seinem fast 20-minütigen Kopfsatz den Eindruck gewisser Längen hinterlässt, mag auch an dem wenig ökonomischen Einsatz von Becken und großer Trommel in den Orchestertutti liegen. Das h-Moll-Konzert wirkt da konzentrierter, in dem mit schönen Bläserfarben aufwartenden Adagio origineller und im berühmten Campanella-Rondo effektvoller.

Der holländische Geiger Rudolf Koelman, einer der letzten Schüler von Jascha Heifetz und bis 1999 erster Konzertmeister des Amsterdamer Concertgebouw Orchesters, bleibt geigerischen Ansprüchen nichts schuldig und spielt die Soloparts geradlinig und mit gleichbleibendem verführerischen Wohlklang. Die Orchestertutti wirken in leicht topfiger Akustik etwas pauschal, aber die Begleitung des Solisten absolviert das Orchester der Provinz Overijssel aufmerksam, rhythmisch und klanglich untadelig.

Sixtus König † [04.12.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 N. Paganini Violinkonzert Nr. 1 D-Dur op. 6 00:34:09
4 G. Rossini Matilde di Shabran (Bellezza, e cuor di ferro; Ouvertüre) 00:09:50
5 N. Paganini Violinkonzert Nr. 2 h-Moll op. 7 (La Campanella) 00:27:40

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Rudolf Koelman Violine
Netherlands Symphony Orchestra Orchester
Jan Willem de Vriend Dirigent
 
CC72343;0608917234329

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