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CD-Besprechung

J. Brahms • S. Prokofjew • F. Schubert

Sony Classical 1 CD/SACD stereo 88697 32433 2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 28.05.09

Sony Classical 88697 32433 2

1 CD/SACD stereo • 71min • 2007

Je virtuoser und vielseitiger ein Klarinettist ist, desto mehr leidet er – weil für sein wendiges Blasrohr zu wenig herausragende Werke vorhanden sind. Eine (Behelfs-)Lösung bietet sich an: Transkriptionen. Dabei wird vor allem die kammermusikalische Literatur nach einschlägigen „Fundstücken“ durchstöbert. Fabio Di Càsola, aus dem Tessin stammend, ist heute die Nummer eins unter den schweizerischen Klarinettisten. Schon früher – etwa mit Schumanns Violinsonaten – hat er zu ähnlichen Bearbeitungen gegriffen. Jetzt präsentiert er eine komplette CD ausschließlich mit (selber besorgten) Transkriptionen. Interessant und faszinierend ist das Ergebnis zweifellos, allein schon deswegen, weil Di Càsola mit bestechender Furchtlosigkeit an derartige Herausforderungen herantritt. Sein kantabler Ton auf der einen Seite, seine unbekümmerte Brillanz auf der andern lassen ihn vor nichts zurückschrecken. Seine ständige Klavierbegleiterin, die aus der Ukraine stammende Alena Cherny, beweist edle Anpassungsbereitschaft bis hin zu diskreter Unterwerfung.

Am fragwürdigsten, zugegeben, erscheint in dieser Fassung die G-Dur-Violinsonate op. 78 von Brahms. Da muß sich die Klarinette gelegentlich in höhere Bereiche hinaufwagen, wo der Bläserklang schon fast ins Schrille gerät. Überzeugender fallen die beiden andern Kostproben aus. Die Arpeggione – eine Guitarre d’amour, auch als Guitarre-Violoncell bezeichnet – gibt es ja sowieso nicht mehr; meist wird die entsprechende Schubert-Sonate heute mit einem Cello oder einer Bratsche aufgeführt. Früher ist der Arpeggione-Ton gelegentlich mit jenem von Blasinstrumenten verglichen worden – insofern liegt Di Càsolas Version richtig. Was kaum minder für Prokofieffs opus 94 gilt: der Komponist schrieb diese Sonate zunächst für die Flöte und änderte sie dann auf Wunsch von David Oistrach für die Geige um. Eine weitere Transkription kann somit kaum schaden, zumal der unbefangen musizierende Di Càsola das Lyrische wie das Tänzerische gleichermassen effektsicher in den Griff kriegt.

Mario Gerteis † [28.05.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Schubert Sonate a-Moll D 821 (Arpeggione; Bearb. für Klarinette und Klavier) 00:21:25
4 J. Brahms Sonate Nr. 1 G-Dur op. 78 (Regenlied-Sonate; Bearb. für Klarinette und Klavier) 00:26:19
7 S. Prokofjew Sonate D-Dur op. 94 (Bearb. für Klarinette und Klavier) 00:23:44

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Fabio di Cásola Klarinette
Alena Cherny Klavier
 
88697 32433 2;0886973243329

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