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CD-Besprechung

Provence - Auf den Wegen des Lichts

Provence - Auf den Wegen des Lichts

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 10.06.09

gutingi 241

1 CD • 40min • 2008

Dem mit schönen Provence-Fotos angereicherten Begleitheft (und den Internet-Informationen) ist zu entnehmen, dass sich die an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover unterrichtende Ulrike Moortgat-Pick nicht nur auf konservative Weise ans Klavier begibt, sondern ihren Programmen jahreszeitliche, landschaftliche, städtisch-festliche Richtungen verleiht („Ein Winter auf Mallorca“, „Venedig – ein Fest“). Im Konzertsaal geschieht dies in enger Zusammenarbeit mit Werner Kirsten, der für die hier zur Diskussion stehende gutingi-Produktion „Provence – Auf den Wegen des Lichts“ auch alle Erklärungen im Spannungsfeld zwischen Region, atmosphärisch-kultureller Allianz und dem gewählten Repertoire beisteuert. Natürlich bieten die für uns alle wohl appetitlichen Reizbegriffe „Provence“ und „Licht“ – zumal für all jene, die Südfrankreich, Lavendel, die historischen Orte und eben das Licht am eigenen Leibt und in eigener Seele erlebt haben – breiten Raum, themenverwandte musikalische Passagen gleichsam einzuarbeiten. Was die vier „pièces“ von Rameau anbelangt, mag man da geteilter Meinung sein, aber ansonsten passen die aus dem Katalog der französischen bzw. polnisch-französischen Musik stammenden und nun eingeblendeten Stücke von der Temperatur und von ihren Lichtwirkungen her in die Landschaft der Provence. Es handelt sich freilich nicht um unwiderlegbare Gleichungen Musik = Region, sondern um Impulse, sich hörend einzufühlen, sich Gedanken zu machen, sich eventuell Erlebnisse am Ort oder in der Fantasie in Erinnerung zu rufen.

Ulrike Moortgat-Pick befasst sich mit ihren provencialischen Herzensangelegenheiten mit sicherer Technik, zeigt sich den Schwierigkeiten der wässrigen und luzid-feuchten Feinheiten (Ravel, Debussy) gewachsen – und sie hat auch genügend emotionales Fingerspitzengefühl für die beiden Chopin-Nocturnes, die den Rahmen bilden für diese südfranzösische Tasten-Erkundung (nicht allzu weit entfernt von der Chopin-Insel Mallorca!). Verlässliche Feinmechanik auch in den hurtigen Verwicklungen der schnellen Rameau-Stücke, indes kurz vor Schluss der Werkfolge enttäuscht die Habanera-Bearbeitung von Judrzej Tymczuk. Ich hatte keine Bizet-Artistik à la Moszkowski oder gar Horowitz erwartet, aber nach einer harmonisch wie motivisch pointiert irreleitenden Mini-Einleitung passiert so gut wie gar nichts, was über das nackte Material eines Klavierauszuges hinausgehen würde. Und Frau Moortgat-Pick investiert auch im Anschlag, im Hinblick auf rhythmische Erotisierung nicht mehr als nötig – und das ist für ein solchen spanischen Schlager zu wenig (selbst wenn er hier auf den „Wegen des Lichts“ sozusagen exterritorial provinzialisiert wird).

Vergleichsaufnahme: Rameau: Tharaud (Harmonia mundi HMC 901754).

Peter Cossé [10.06.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Chopin Nocturne Fis-Dur op. 15 Nr. 2 00:03:17
2 J.-Ph. Rameau Suite a-Moll (1728) 00:08:57
6 C. Debussy Clair de Lune (aus: Suite bergamasque) 00:04:22
7 M. Ravel Jeux d'eau 00:05:32
8 C. Debussy Reflêts dans l'eau (aus: Images I) 00:04:52
9 G. Fauré Improvisation cis-Moll op. 84 Nr. 5 00:01:43
10 M. Ravel Oiseaux tristes (aus: Miroirs) 00:04:21
11 G. Bizet Habanera (aus: Carmen; Bearb.: Jedrzej Tymczuk) 00:03:08
12 F. Chopin Nocturne cis-Moll 00:03:42

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Ulrike Moortgat-Pick Klavier
 
241;4012652024132

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