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CD-Besprechung

Hungaroton HCD 32608

1 CD • 66min • 2008

30.01.2009

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Seit es Programmusik gibt, streitet sich die Welt der Kunst darüber, ob es sie eigentlich geben dürfe. Wir wollen uns an dieser Stelle, so verführerisch es auch wäre, nicht einmischen in das, was ohnehin zu keiner endgültigen Antwort führen kann: Es gibt seit ewigen Zeiten Werke, denen das illustrativ-erzählerische Element nicht geschadet hat, und es gibt fragwürdige Plaudereien, die ohne ihre „Gebrauchsanweisung” völlig auseinanderfallen – weshalb ja auch so viele Filmkompositionen trotz schönster Eingebungen kaum erträglich sind, wenn man sie ohne ihren Transportstreifen goutieren soll...

Toldi, Leó Weiners gut einstündige sinfonische Malerei nach dem gleichnamigen Epos von János Arany, gehört nun, wie ich es sehe, zur letztgenannten Kategorie. Viele schöne, temperamentvolle, mit ungarischem Volkston ornamentierte Einfälle, die die aus zwölf Gesängen bestehende literarische Vorlage wie eine „Musik zum Buch” begleiten und sich bei einer Verfilmung des Stoffes (es geht um einen eigenwillig-schlichten und deswegen enorm tapferen Helden des 14. Jahrhunderts) wie von selbst als Untermalung anböte: Gewitterszenen, Mord und Totschlag, fliegende Speere, frohsinnige Volksfestlichkeit – alles da, und von dem Nordungarischen Symphonieorchester aus Miskolc unter László Kovács sicherlich auch klangprächtig, feurig, einfühlend mitgeteilt. Doch es ist und bleibt eine pure Nacherzählung mit all jenen kompositorischen Defiziten, die stärkere Naturen, ob Hector Berlioz, Franz Liszt, Richard Strauss oder Leo Janácek, in ihren gelungensten Dichtungen erfolgreich umschifft haben.

Vielleicht hat Weiner die Schwierigkeit dieses Toldi, den er offenbar für sein Hauptwerk hielt, selbst erkannt, als er in der Hoffnung auf neuerliche Aufführungen nach der Premiere (November 1953) aus dem Riesenstück eine Suite herstellte. Das dürfte eine sinnreiche Kürzung gewesen sein, die aber, wie wir aus dem etwas redaktionsbedürftigen Booklet erfahren, auch nicht wirklich geholfen hat.

Rasmus van Rijn [30.01.2009]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Leó Weiner
1Toldi op. 43 (sinfonische Dichtung) 01:06:55

Interpreten der Einspielung

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