Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

CD-Besprechung

Matthias Weckmann Orgelwerke

Matthias Weckmann<br />Orgelwerke

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 10.12.08

OehmsClassics OC 627

1 CD • 70min • 2006

Matthias Weckmann wurde um 1616 in Niederdorla bei Mühlhausen in Thüringen geboren. Schon früh fiel die musikalische Begabung des Knaben auf, mit 12 Jahren wurde er als Chorknabe in die von Heinrich Schütz geleitete Dresdner Hofkapelle aufgenommen. Schütz förderte ihn auch weiterhin und sorgte dafür, dass er 1633 mit einem kurfürstlich-sächsischen Stipendium nach Hamburg gehen konnte, um bei Hieronymus Praetorius (einem Schüler des legendären Jan Pieterszoon Sweelinck) das Orgelspiel zu erlernen. Mit Heinrich Scheidemann wirkte ein weiterer berühmter Organist der norddeutschen Barockschule in der Hansestadt, dessen Spiel der junge Mann zweifellos gelauscht hat; Weckmann wird also in Hamburg eine ebenso fundierte wie vielseitige Ausbildung erhalten haben.

Ab 1636 befand sich Weckmann wieder in Dresden, wo er als Hoforganist und Mitglied der kurprinzlichen Kapelle arbeitete. Zwischen 1643 und 1647 hielt er sich in Dänemark auf, um für den Kronprinzen und späteren König Christian V. eine Hofkapelle aufzubauen; insbesondere seine Unterweisungen der Sänger im italienischen Stil prägten das Ensemble nachhaltig.

Von besonderer Bedeutung wurde für Weckmann ein Besuch des Cembalovirtuosen Johann Jacob Froberger im Winter 1649/50 – die beiden Musiker maßen in einem Wettstreit ihre Kräfte und wurden in der Folge enge Freunde. Froberger vermittelte Weckmann Einblicke in den süddeutschen Musikstil, der neben italienischen auch französische Einflüsse verarbeitete.

1655 wurde Weckmann Organist an St. Jacobi in Hamburg; 1674 ist er in der Hansestadt gestorben und in der Kirche begraben worden, an der er die letzten 19 Jahre seines Lebens gewirkt hatte. Die Orgel von St. Jacobi birgt in ihrem Pfeifenbestand noch viele klingende Register aus der Zeit, bevor Arp Schnitger 1693 dem Instrument die Dimensionen gab, die heute nach einer skrupulösen Restaurierung durch die Orgelbauwerkstatt Jürgen Arend von 1989 bis 1993 wieder in ihrer ursprünglichen Form zu erleben sind. Gerade die Bewahrung und Integration des vorschnitgerschen Pfeifenbestands ermöglicht es, die Musik des Jacobi-Organisten Weckmann in authentischer Form zum Klingen zu bringen, war doch das Instrument als erstes bereits zu Weckmanns Zeiten mit vier Manualen ausgestattet und somit ein ideales Klangmedium für seine großformatigen Orgelwerke. Weckmann hat sogar Registrierungsanweisungen hinterlassen, die auf seinem eigenen Instrument dank der vielen erhaltenen Pfeifen aus seiner Zeit immer noch umzusetzen sind.

Joseph Kelemen, 1957 in Budapest geboren, ist als ehemaliger Student der Schola Cantorum Basiliensis und Schüler von Harald Vogel, der unter anderem die Orgelwerke von Dietrich Buxtehude an der Arp-Schnitger-Orgel von St. Jacobi eingespielt hat, mit der Orgelmusik des 17. Jahrhunderts bestens vertraut. Er liefert ein überzeugendes Porträt von Matthias Weckmann, dessen hohe Bedeutung für die deutsche Orgelmusik des Hochbarock nach dieser CD weniger zu bestreiten ist als je zuvor.

Detmar Huchting [10.12.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 M. Weckmann Praeambulum Primi toni a 5 d-Moll 00:03:45
2 Fuga ex D. ped(aliter) primi toni d-Moll 00:05:02
3 Ach wir armen Sünder 00:05:50
6 Toccata dal 12 Tuono in C 00:03:18
7 Canzon Dal istesso Tuono in C 00:02:26
8 Es ist das Heyl uns kommen her 00:29:45
15 Lucidor einß hütt der schaf 00:02:15
16 Gelobet seystu Jesu Christ 00:09:16
20 Canzon in d 00:03:28
21 Fantasia ex D d-Moll 00:04:47

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Joseph Kelemen Orgel
 
OC 627;4260034866270

Bestellen bei jpc

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

⇑ nach oben

AGBs Impressum Kontakt Mediadaten Sitemap Datenschutz

© Klassik Heute

jpc
Film La Mélodie