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CD-Besprechung

R. Schumann

BIS 1 CD/SACD stereo/surround 1619

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 21.11.08

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BIS 1619

1 CD/SACD stereo/surround • 77min • 2006, 2007

Die drei aus dem Metrum geschobenen Akkorde, mit denen Robert Schumann seine Manfred-Ouvertüre beginnen läßt, klingen mir im Idealfall immer wie der gehetzte Auftritt des Protagonisten: Draußen tobt ein Gewittersturm, wenn er – zerzausten Haares – hinter sich das große hölzerne Tor seines Schlosses zuwirft und sich, wild und furchtbar um sich blickend, mit dem Gewicht des ganzen Körpers gegen den Flügel stemmt, indessen er knirschend den wuchtigen Schlüssel herumdreht. Etwas Entsetzliches muss er gesehen haben...

Dieser Moment der Panik will mir bei Thomas Dausgaards musikalischem Anlauf nicht recht zünden. Wie alles in dieser Produktion, so ist auch und gerade diese Ouvertüre weithin klassisch gezügelt, als habe man hier gemeinsam versucht, das Bild von einem Schumann zu zeichnen, für den Manfred ein äußeres Faszinosum und nicht innerste Notwendigkeit gewesen wäre. Es zeigt sich freilich, daß der Druck der Komposition übermächtig wird und also das Zaumzeug nur notdürftigen Halt zu geben vermag, weshalb sich dieses Werk auch in dieser Produktion mit erheblichem Schwung aus seinem Umfeld herauskatapultiert: Nicht zufällig wird Gustav Mahler eines der wenigen Schumann-Zitate, die bei ihm an der Oberfläche schwimmen, aus dieser Partitur übernommen und ausgerechnet in seine sechste Sinfonie eingefügt haben, und nicht ohne tieferen Grund mußte selbst Clara einräumen, es handle sich wohl um „eines der poetischsten und fast ergreifendsten Stücke Roberts”.

Dagegen läßt sich das „Phantastische“, das bei Schumann immer im Widerstreit mit dem Versammelten, dem Organisierten liegt, in den Sinfonien leichter hintanstellen. Sie haben ja ihre Expositionen, Durchführungen, Reprisen auch dort, wo die Formen dezent verschwimmen oder sich nach dem Vorbilde der „Pastorale” ein bißchen dehnen. Und so werden die beiden Stücke hier vor allem unter die Lupe genommen: Sorgfältig, mit viel Geschmack und Sinn für die vielschichtigen Klang- und Stimmführungen, für die romantischen „Valeurs” gehen die d-Moll- und die Es-Dur-Sinfonie über die Bühne, so daß man’s eigentlich recht zufrieden sein könnte, zumal auch die Tempi gut gewählt und die Entscheidung zugunsten manch versteckter Akzentuierung wohl getroffen ist. Dem Hörer aber, der die Gratwanderung nicht nur in den zerklüfteten Alpenlandschaften des Manfred, sondern gerade auch dort erwartet, wo die flammende Feder des Fantasten sich trotz aller Disziplin nicht ihre Unberechenbarkeit will austreiben lassen – der erlebt hier eine Spur zu viel an analytischer Objektivität und Betrachtung. Der engagierte, wohlgesetzte Begleittext sei davon ganz ausdrücklich ausgenommen.

Rasmus van Rijn [21.11.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 R. Schumann Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 (Rheinische) 00:29:08
6 Manfred-Ouvertüre op. 115 00:11:07
7 Hermann und Dorothea b-Moll op. 136 (Ouvertüre) 00:08:53
8 Sinfonie Nr. 4 d-Moll op. 120 00:26:17

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Swedish Chamber Orchestra Orchester
Thomas Dausgaard Dirigent
 
1619;7318599916194

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