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CD-Besprechung

Musique pour le Roi

Musique pour le Roi

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 02.10.08

hänssler CLASSIC 98.523

1 CD • 64min • 2008

Die Laute als relativ leises, intimes Instrument füllt keine großen Konzertsäle. So ist es vielleicht zu erklären, dass die großartige Musik, die uns für Laute überliefert ist, immer noch einem eher kleinen Kreis von Kennern und Liebhabern denn einem breiten Publikum präsent ist. An der Qualität der Musik kann es wahrlich nicht liegen, denkt man an die Lautenwerke eines Dowland, Gaultier, de Visée oder Sylvius Leopold Weiss.

Es ist erfreulich, dass der namhafte Lautenist Joachim Held nach Veröffentlichungen von Lautenwerken aus Deutschland und Italien nun eine CD mit französischer Barockmusik vorgelegt hat, die einen guten Einblick in die höchst kunstvollen Eigenheiten dieses speziellen Stils bietet. Im Lauf des 17. Jahrhunderts entwickelte sich gerade Frankreich zu einem Zentrum der europäischen Lautenkunst. Man experimentierte mit neuen Stimmungen und veränderten Resonanzen und schuf den sog. Style brisée, dessen Merkmal die kunstvolle Vermischung der Stimmen und ausladende Arpeggien waren. Joachim Held stellt in seinem Programm die wichtigsten Vertreter der französischen Lautenschule vor, beginnend mit Ennemond Gaultier (dem „Älteren“) über dessen Schüler Jacques Gallot, Charles Mouton bis hin zum großen Lautenisten am Hofe Ludwigs XIV., Robert de Visée.

Die Stilistik der französischen Barockmusik unterscheidet sich wesentlich von dem damals in Europa sehr einflussreichen italienischen Stil. Selbstbewusst trat man den „Welschen“ mit einer verfeinerten Verzierungskunst entgegen, die eine genaue Kenntnis der der Musik stets zu Grunde liegenden Tanzsätze voraussetzte. Eine Kunst des Details also, die dem Interpreten höchstes Feingefühl vor allem im Bereich des Timings abverlangt.

Joachim Helds Aufnahme hinterlässt diesbezüglich einen gemischten Eindruck. Das die CD eröffnende Prélude von Jacques Gallot etwa wirkt auf mich etwas steif und hölzern und überzeugt in der Gestaltung der Figurationen nicht, ganz im Gegensatz zum Rest der Suite, in der Held mit schönen Verzierungen und adäquatem Timing zu überzeugen weiß. Der Allemande aus de Visées G-Dur-Suite mangelt es für meinen Geschmack an Pracht, Helds Inégalité ist zwar löblich, wirkt zuweilen jedoch zu rational, fast möchte man sagen „teutonisch“. Einige der eingespielten Werke gehören sicher zum Schwierigsten, was das Lautenrepertoire zu bieten hat, dennoch geht mir Joachim Held in manchem schnellen Satz allzu frei mit dem Tempo um (und zwar deutlich aus technischen, nicht musikalischen Gründen). Dies ist sicher nicht im Sinne der Tanzsätze, deren Merkmal gerade ein durchgehender Puls sein sollte. Die Tontechnik hat den Klang der Laute bestens eingefangen, und trotz der genannten Einschränkungen wirkt das Programm als Ganzes in sich stimmig und repräsentativ.

Heinz Braun [02.10.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. de Gallot Suite fis-Moll 00:18:15
9 R. de Visée Suite G-Dur 00:12:10
14 Ch. Mouton Suite a-Moll 00:13:31
23 F. Couperin Les Silvaines 00:03:29
24 V. Gaultier Suite d-Moll 00:15:48

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Joachim Held Laute
 
98.523;4010276021230

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