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CD-Besprechung

cpo 999 988-2

1 CD • 54min • 2003

28.02.2008

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Für Freunde der Blütezeit der italienischen opera buffa zwischen Mozart und Rossini ist diese jetzt veröffentlichte Aufnahme von 2003 mit der opernhaften Vertonung des 110. Psalms von Domenico Cimarosa (1749-1801) eine aufregende Repertoirebereicherung. Verglichen mit dem umfangreichen Opernschaffen Cimarosas – die Aufzählung der Titel schwankt zwischen 64 und 80 – sind nur verschwindend wenige geistliche Werke überliefert. Und selbst das wenige ist in den CD-Katalogen leicht zu übersehen. Im Jahre 2003 haben sich arrivierte Opernsänger (Solosopran, Mezzosopran und Tenor), Chöre aus Trient und Rovereto, dazu das Haydn-Orchester aus Bozen und Trient mit dem Dirigenten Fabio Pirona – künstlerischer Leiter einer Internationalen Akademie für Opernsänger und Gastdirigent nahezu aller italienischen Opernhäuser – zusammengetan, um dem Mangel an kirchenmusikalischem Cimarosa abzuhelfen. Es galt, eine Vertonung des 110. Psalms von 1797 als Werk der späten Reife für die Öffentlichkeit wiederzugewinnen.

Die Überraschung ist perfekt, nicht nur durch das, was die enthusiastische Darbietung mit südländischem Musikantenvollblut zu bieten hat. Auch die Vertonung eines grimmigen Psalmtextes aus der Feder eines europaweit erfolgreichen Opernroutiniers macht neugierig. Keinesfalls ist es so, wie der anonyme Kommentar im Begleitheft der CD glauben machen will, dass sich der Komponist dem „traditionellen Kirchenstil“ verpflichtet gefühlt habe. Nein, alles was der neapolitanische Szenenmeister als Resümee seiner Bühnenerfolge an damals aktueller operndramatischer Energie aufzubieten hat, findet hier seine Entsprechung. Das ist im Ergebnis ebenso kurios wie wirkungsvoll und spannend.

Nicht genug damit, wurde selbst die kirchenlateinische Textvorlage nur insofern „beim Wort“ genommen, als die altbiblischen Donnerworte vom Zerschmettern der Feinde am Tage des Zorns die dramatische Klangkulisse für eine regelrechte Kurzoper abgeben. Auf Textverständlichkeit legt der Komponist dagegen keinen Wert. Silbenübergreifende Legatobögen, der Wechsel melodiöser Belcanto-Arien mit virtuosen Koloraturen bis hin zu Stretta-Steigerungen und den Sang- und Klangeffekten einiger kurzer, beifallheischender Solokadenzen machen deutlich, dass hier nichts zählt als die packende Wirkung einer konzertanten „Psalm-Oper“. Nicht zu vergessen die textverbrämenden, bestechend schönen Instrumentalsoli, Orchester-Tuttiblöcke und stürmischen Chorpartien. Welcher Zuhörer blieb und bleibt davon unberührt?

Dr. Gerhard Pätzig [28.02.2008]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Domenico Cimarosa
1Dixit Dominus (Psalm)

Interpreten der Einspielung

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