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CD-Besprechung

Scriabin

Yevgeny Sudbin

Scriabin

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 10.01.08

Klassik Heute
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BIS 1568

1 CD/SACD stereo/surround • 57min • 2006

Willkommen heißen darf man mit dem aus St. Petersburg stammenden Evgeny Sudbin einen der faszinierendsten Scriabin-Interpreten nicht nur des gegenwärtigen Musiklebens, viel mehr noch: es fällt mir auf ähnlichem Niveau nicht leicht, auch nur vier, fünf andere gewissermaßen hauptamtliche Matadore dieses pianistisch wie musikphilosophisch heiklen Geschäftes zu nennen. Was die Sonaten anbelangt, sind dies natürlich Shukow, Richter, Horowitz und aus frühen Tagen der Scriabin-Begeisterung Vladimir Sofronitzki. Und natürlich die eine oder andere Werkgestaltung im Rahmen gemischter Programme, wie etwa die fast noch „kindliche“, umwerfend souveräne, in Klang und Motorik raffiniert austarierte Wiedergabe der Etüde op. 42,5 aus den Wunderfingerrn Evgeny Kissins.

Sudbins Scriabin flackert, züngelt, leuchtet, faucht, stammelt. Sein überlegtes, durchdachtes, dabei stets pulsierendes, also niemals nur berechnendes Spiel in allen Winkeln und Zonen des Eruptiven führt den Hörer in eine Welt bald gleißender, bald schattenreicher Überwirklichkeit. Sudbins Vermögen, die Gischtwirkungen, die spukhaften Akkordfolgen der Sonate op. 53 herauszuschleudern und dennoch dem Stück Zusammenhalt zu gewährleisten, erinnert an den bei der DG erschienenen Italien-Mitschnitt Svjatoslav Richters – nun freilich unter aufnahmetechnisch günstigeren, ja mehr noch: perfekten Bedingungen.

Für diese BIS-SACD hat Sudbin ein wechselvolles Programm zusammengestellt, also nicht den Fehler begangen, ganze Werkreihen als zusammenhängende, als echte „Zyklen“ zu präsentieren. Dieses Selektionsverfahren entspricht den Gewohnheiten der bedeutenden Scriabin-Interpreten von einst, die einer ganz individuellen Programm-Dramaturgie verpflichtet waren, kaum je den Editionsmethoden der an Bedeutung gewinnenden Plattenproduzenten. Ihnen kam es ja mehr und mehr auf Komplettheit an wie die Einspielungen mit Ponti, Szidon, Laredo, Ogdon oder Saschowa gezeigt haben.

Mit dem Walzer op. 38 endet dieses Scriabin-Abenteuer: mit flammenden Motiv- und Tanzpartikeln, durchaus in Nähe zu Ravels dreivierteltaktiger Endzeitstudie La Valse. Sudbin bezeichnet das Stück in seinem sprachlich wie gedanklich packend zu lesendem Einführungstext als eine „Zauberschachtel“. Als solche erlaube ich mir auch, seine Skrjabin-CD zu rühmen.

Vergleichs-aufnahme(n): Sonaten: Shukow (telos music TLS 035); Sonate Nr. 5: Trpceski (EMI 5 57202 2), Horowitz (Philips 456844-2), Gavryluk (VAI DVD 4357), Margulis J. (AM 1379), Artzt (Zulus Z 502001), Lakissova (Sony SMK 93830); Sonate Nr. 9: Lubimov (ECM 4651372); Walzer op. 38: Katsaris (piano 21 023-A /früher EMI)

Peter Cossé [10.01.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 A. Scriabin Etüde dis-Moll op. 8 Nr. 12 00:02:21
2 Klaviersonate Nr. 2 gis-Moll op. 19 (Sonate-Fantasie) 00:12:15
4 Etüde cis-Moll op. 2 Nr. 1 00:02:34
5 Mazurka op. 3 Nr. 3 – Allegretto 00:01:39
6 Mazurka op. 3 Nr. 6 – Scherzando 00:02:02
7 Mazurka h-Moll op. 3 Nr. 1 – Tempo giusto 00:03:50
8 Mazurka E-Dur op. 3 Nr. 4 – Moderato 00:03:46
9 Klaviersonate Nr. 5 Fis-Dur op. 53 00:11:04
10 Nuances op. 56 Nr. 3 00:01:05
11 Poème op. 59 Nr. 1
12 Klaviersonate Nr. 9 op. 68 (Schwarze Messe) 00:08:09
13 Valse As-Dur op. 38 00:05:12

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Yevgeny Sudbin Klavier
 
1568;7318599915685

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