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CD-Besprechung

Wladimir Vogel: Thyl Claes (episches Oratorium nach der Erzählung Thyl Ulenspiegel von Charles de Coster)

cpo 2 CD 999 960-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 03.12.07

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cpo 999 960-2

2 CD • 1h 49min • 1996

Der 1896 in Moskau geborene Wladimir Vogel (sein Vater stammte aus Deutschland, die Mutter war Russin) kam nach dem Ersten Weltkrieg nach Berlin, wurde Schüler von Ferruccio Busoni und schloß sich der politischen Linken, u.a. in der „Novembergruppe“, an. 1933 emigrierte er, als „Nicht-Arier“, in die Schweiz, deren Bürgerschaft ihm 1954 verliehen wurde. Er starb 1984 in Zürich. Vogel ist ein eigenwilliger Zwölftöner, der Reihen mit tonalen Inseln zu verbinden wußte; außerdem gehört er zu den Pionieren der Sprechchorbewegung. Sein umfangreiches „dramma-oratorio“ (wie er es selbst nannte) über „Thyl Claes“, dessen erster Teil L’Oppression hier nun vorliegt – der zweite Teil Libération wird hoffentlich folgen –, behandelt Unterdrückung und Widerstand der Niederlande gegen die spanische Besatzung und Inquisition im 16. Jahrhundert, zielt aber überdeutlich auf die Aktualität der Entstehungszeit 1937-47: politisches Engagement gegen den Faschismus, musikalischer Fortschritt und Sprechchortechnik fließen in dem mehr als abendfüllenden Werk beeindruckend zusammen – zweifellos ein oder sogar das Hauptwerk Vogels.

Sprecher und Sprechchor bringen ein Moment von Szene oder wenigstens deren Imagination in die Konzertdarbietung, eine bewußte Position zwischen den Gattungsgrenzen. Das kommt auch in der Wiedergabe (in französischer Sprache; Libretto dreisprachig abgedruckt) sehr plastisch zur Geltung, persönlich-privates Schicksal in lyrischer Kantabilität, Kampf und Aufruhr in den gesprochenen Teilen und dem farbigen Orchester. Vielleicht ist manches an Werken dieser Art heute schon nur noch historisch zu hören, aber als Dokument des künstlerischen, wenn auch lediglich ideellen Eingreifens in jene unseligen Zeitläufte ist Vogels ambitioniertes Werk packend und eindringlich. Weit ausgefahrene Dynamik in der Aufnahme, gute Textverständlichkeit, ausführliches Booklet.

Dr. Hartmut Lück [03.12.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 W. Vogel Thyl Claes (episches Oratorium nach der Erzählung Thyl Ulenspiegel von Charles de Coster)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Eveline Didi Erzählerin
Marie Terese Letorney Sopran
Jean Winiger Erzähler
Orchestra della Svizzera Italiana Orchester
Chœur des XVI Chor
Luca Pfaff Dirigent
 
999 960-2;0761203996025

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