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CD-Besprechung

Michael Haydn: Andromeda und Perseus (Oper in zwei Akten)

OehmsClassics 2 CD OC 911

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 04.01.07

OehmsClassics OC 911

2 CD • 1h 46min • 2005, 2006

1787 in Salzburg, kurz nach Mozarts Figaro und im selben Jahr wie dessen Don Giovanni uraufgeführt, steht Michael Haydns Oper Andromeda und Perseus diesen revolutionären Werken künstlerisch so fern wie irgend möglich. Anstelle von Mozarts subersiver Kritik an der Aristokratie und offenem Bekenntnis zu lebenspraller Sinnlichkeit führt der Salzburger Hoforganist Haydn eine behütete, gesittete Welt vor, in der Edelmut und zarte Liebe, hohe Gefühle und hehres Ethos herrschen. Das ganze ist gekleidet in das damals schon leicht angestaubte Gewand einer Opera seria, genauer: einer Serenata, einer handlungsarmen höfischen Allegorie, die sich damit begnügt, nette, gefällige Unterhaltung für ein festlich gestimmtes Adelspublikum zu liefern. Die vier Rollen der Oper sind ganz dem traditonellen Opera-seria-Typus verhaftet, zugeschnitten auf die begrenzten Fähigkeiten eines eher provinziellen höfischen Ensembles, aus dem einzig der Darsteller des Perseus, der Soprankastrat Francesco Ceccarelli, ein Hausfreund der Mozarts, herausragte. Die Partie der Andromeda hatte Haydn seiner Ehefrau in die damals nicht mehr allzu „geläufige Gurgel“ komponiert. Dem Werk ist Michael Haydns mangelnde Erfahrung im Umgang mit Opernstimmen anzumerken. Dass die Musik dennoch dramatische Wirkung entfaltet, verdankt sie vor allem dem Sinfoniker Haydn.

Kompositionsanlass für das Werk war das fünfzehnjährige Jubiläum Erzbischof Hieronymus Colloredos als Oberhaupt des Erzstifts Salzburg, jenes Kirchenfürsten also, der wegen seines Fußtritts, mit dem er Mozart aus dem Dienst entfernen ließ, in die Musikgeschichte eingegangen ist. Grundlage für die vorliegende Einspielung ist eine deutsche Übersetzung der Oper, die von unbekannter Hand in Haydns Originalpartitur eingetragen wurde und die die antikische Handlung einem deutschen Publikum von heute ein wenig näherrückt. Verzichtet wurde auf die weitschweifigen Rezitative, deren Inhalt hier durch einen Erzähler wiedergegeben wird. Der Lauf des Stücks gewinnt sadurch merklich an Tempo und Stringenz. Die durchweg junge Sängerbesetzung, die ein sehr respektables Niveau auszeichnet, trägt wesentlich dazu bei, dass diese Aufnahme zumal durch ihre Frische und Spontaneität Wirkung entfaltet. Ein Verdienst auch von Reinhard Goebels animierendem und befeuerndem Dirigat, das demonstriert, das man auch mit einem modernen Ensemble „alte Musik“ wie neu erklingen lassen kann.

Walter Fritz [04.01.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 M. Haydn Andromeda und Perseus (Oper in zwei Akten)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Heike Porstein Andromeda - Sopran
Christine Wolff Perseus - Sopran
Max Ciolek Phineus - Tenor
Raimund Nolte Kepheus - Baß
Gunter Cremer Erzähler
VokalEnsemble Köln Chor
Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken Orchester
Reinhard Goebel Dirigent
 
OC 911;4260034869110

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