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CD-Besprechung

J. Röntgen

cpo 1 CD 777 119-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 23.11.06

Klassik Heute
Empfehlung

cpo 777 119-2

1 CD • 58min • 2005

Den deutsch-niederländischen Spätromantiker Julius Röntgen (1855-1932) gilt es zu entdecken! Freunden der Kammermusik mag schon einmal das eine oder andere Werk aus seinem ergiebigen Schaffen begegnet sein, und Sammlern historischer Aufnahmen ist der Name vielleicht von den beiden Altniederländischen Tänzen her bekannt, die Willem Mengelberg 1940 aufgenommen hat. Doch sonst ist der vielseitige Mann, der bei Carl Reinecke und Franz Lachner studierte und als Komponist, hervorragender Pianist – Solist im zweiten Brahms-Konzert unter Leitung des Komponisten, Duopartner von Carl Flesch und Pablo Casals –, Dirigent und Lehrer tätig war, heute weitgehend aus dem Bewusstsein verschwunden. Das Gros seiner etwa 650 Werke – insbesondere die Orchestermusik, darunter nicht weniger als 25 Sinfonien – ist noch unerschlossen, liegt oft nur als Manuskript vor, teilweise noch nie aufgeführt.

Nun will cpo mit einer neuen, in Zusammenarbeit mit dem Nederlands Muziek Instituut herausgegebenen Reihe hier Abhilfe schaffen und setzt mit der vorliegenden Einspielung einen starken Auftakt. Aus der c-Moll-Sinfonie von 1910 spricht eine ausgeprägte melodische Erfindungsgabe, handwerkliche Meisterschaft, Einfallsreichtum und eine mitreißende Begeisterung. Mag der Schluss auch etwas bombastisch geraten sein, so überzeugen umso mehr das kraftvolle, „Presto feroce“ überschriebene Scherzo und das den gewieften Kontrapunktiker verratende Andante. Von Röntgens enger Freundschaft zu Edvard Grieg zeugt die Suite Aus Jotunheim von 1892, benannt nach einer Gebirgslandschaft in Südnorwegen. Ursprünglich für Violine und Klavier komponiert (und dem Ehepaar Grieg zum 25. Hochzeitstag gewidmet), zeigen die an norwegische Volksmelodien angelehnten charakteristischen Sätze Röntgens hervorragendes instrumentatorisches Geschick.

Mit David Porcelijn konnte cpo einen der besten Kenner der neueren niederländischen Musik für dieses Projekt gewinnen, der zudem die Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz für dieses unbekannte Repertoire zu begeistern und zu außerordentlich klangschönem, engagiertem Spiel zu animieren verstand. Aufnahmetechnisch bestens gelungen und mit einem sehr informativen Einführungstext versehen, bietet diese Veröffentlichung eine überaus lohnende Entdeckung, der hoffentlich noch viele weitere folgen werden.

Sixtus König † [23.11.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Röntgen Sinfonie Nr. 3 c-Moll
2 Aus Jotunheim (Suite)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz Orchester
David Porcelijn Dirigent
 
777 119-2;0761203711925

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