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CD-Besprechung

Strauss Richard: Eine Alpensinfonie op. 64

Naxos 1 CD 8.557811

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 26.07.06

Klassik Heute
Empfehlung

Naxos 8.557811

1 CD • 54min • 2005

Wollte ich allen Ernstes behaupten, die letzte sinfonische Dichtung unseres Rosenkavalier sei eines seiner „mozartischsten“ Werke, müßte ich mich wohl wappnen gegen eine See von Klagen, denn das alpine Orchestermassiv mit seinen rauschenden Bergbächen und gleißenden Gletschern, den notenkopfdicken Hagelkörnern und der Blitz-, Donner- und Windmaschine ist ja wohl das genaue Gegenteil dessen, was man als klassische Filigranarbeit durchgehen ließe. Und doch wage ich den Vergleich! Wenn nämlich die Alpensinfonie nicht als spätromantische Spachtelmasse aufgetragen, sondern mit der rechten Mischung aus hemmungsloser Begeisterung und verständiger Disposition präsentiert wird, dann können hie und da „auch kenner allein satisfaction erhalten – doch so – daß die nichtkenner damit zufrieden sein müssen, ohne zu wissen warum.” Der Laie hört die Bergwanderung, erlebt die Wunder instrumentaler Naturereignisse und wird auf dem Gipfel der Genüsse schließlich mit einem Blick in unendliche Weiten belohnt; der Kenner aber entdeckt, daß der Wanderweg über Almen und Gletscher bis zum Gipfel und durchs Gewitter wieder hinab nur die Musterzeichnung einer neuen, äußerst komplexen Form darstellt, die sich behelfsmäßig an ihrem Programm „entlanghangelt”, in sich aber auf so vielfältige Weise verstrebt, verflochten und verknüpft ist, daß sie weniger wie die Alpen als vielmehr wie ein Monolith emporragt.

Die vorliegende Neueinspielung erfüllt tatsächlich dieselben Kriterien, die Mozart seinerzeit für seine ersten Wiener Klavierkonzerte aufstellte – und obendrein läßt sie selbst den Fachmann schwelgen, während der Nichtkenner im Bewußtsein, etwas Großes erlebt zu haben, sich gar nicht wird fassen können. Antoni Wit hat erst kürzlich am Beispiel der Mahlerschen Symphonie der Tausend demonstriert, wie wenig ihn Massen einschüchtern können. Jetzt gibt er mit der Staatskapelle Weimar eine Darstellung von mustergültiger Schönheit, die pures, naives Vergnügen bereitet und gleichzeitig zwingend durchdacht ist: Wie eine Jugendstil-Blüte öffnet er das Werk derart behutsam und kunstvoll, daß selbst die mächtigsten Lawinen und Schichtungen erkennbar bleiben, indessen nicht einen Moment der Eindruck entsteht, es seien bei der Anordnung und Durchleuchtung der Stimmen, Themen und Motive der spielerisch-gestalterische Enthusiasmus oder gar die ganz naturalistischen Elemente vergessen worden – wenn die Sonne aufgeht oder wenn sich die Regentropfen zum Wolkenbruch steigern, dann weiß wirklich jeder, was die Stunde geschlagen hat.

Eine exzellente Produktion also, deren Einführungstext allerdings den Gesamteindruck schmälert. Doch soll es ja im wesentlichen um die Musik gehen.

Rasmus van Rijn [26.07.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 R. Strauss Eine Alpensinfonie op. 64

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Staatskapelle Weimar Orchester
Antoni Wit Dirigent
 
8.557811;0747313281121

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