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CD-Besprechung

Sibelius
Marche triste
Complete Piano Music Vol. 3

Sibelius<br />Marche triste<br />Complete Piano Music Vol. 3

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 31.05.06

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BIS 1272

1 CD • 80min • 2003

Man wäre, als vertrauensvoller BIS-Konsument vergangener Tage, davon ausgegangen, das komplette Klavierschaffen Johan (Jean) Christian Julius Sibelius’ kennen gelernt zu haben. Nun aber lockt (in der Aufmachung der CD eher unauffällig) der schwedische Produzent mit „11 World Première Recordings“, wobei die Frage eines kleinlichen Lesers erlaubt sei, woher in englischer Schreibweise ein französischer „Accent“ zu verzeichnen ist. Nun ja – die redaktionellen Arbeiten leiden bei vielen Publikationen unter Schnelligkeit, oft auch unter Unkenntnis. So war vor einigen Monaten in den Internet-Ankündigungen des Universal-Konzerns von einer Mozartschen „Cosi fan tute“ zu lesen…

Zurück zu den akzeptablen Sibelius-Einspielungen von Folke Gräsbeck, dessen Folge 3 aller Klavierwerke unter dem Motto „Marche triste“ steht. Dabei handelt es sich natürlich um einen publizistischen Trick in Anlehnung an die berühmte Valse triste. Der Marsch im traurigen Rhythmus ist eine jener erstveröffentlichten Kleinigkeiten, die allen Sibelius-Sammlern willkommen sein werden, aber in Wahrheit nicht viel zur weiteren Erörterung eines Komponisten dienen können, der in seinen ästhetischen Grundzügen erkannt, gerühmt und selbst in deutschen Landen anerkannt worden ist (nämlich nach vielen Versuchen aus britischer Sicht einer nordländisch infizierten Musikbegeisterung!).

Immerhin: die von Gräsbeck zum ersten Mal präsentierten Miniaturen führen uns – wie etwa in den frühesten Stücken Mozarts – in die Werkstatt eines Komponisten, der sich am Vokabular des Traditionellen orientierte und erst im Folgenden eine eigene Sprache erlernte. Für die Übermittlung dieser Unbekanntheiten reicht Gräsbecks Klavierspiels, in den anspruchsvolleren Passagen (Sonate op. 12, Impromptus op. 5!) empfinde ich seine Behandlung der schwarzen und weißen Tasten als eine begrenzt spannungsvolle Liebesbeziehung. Das heißt: diese Edition ist eine willkommene Unterrichtung zum Thema „Sibelius“, ein akustisches Privatissimum mit erheblichem Instruktionswert.

Peter Cossé [31.05.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Sibelius Menuetto B-Dur (frühere Version von op. 27,2, 1891/1892)
2 Walzer Des-Dur (1891/1893)
3 Sechs Impromptus op. 5 (1893)
4 Intermezzo (1893, arr. 1897 - Bearb. für Klavier - aus: Karelia-Suite op. 11)
5 Ballade (1893, arr. 1897 - Bearb. für Klavier - aus: Karelia-Suite op. 11)
6 Klaviersonate F-Dur op. 12 (1893)
7 Molto sostenuto (1894/95, arr. 1895 - Bearb. für Klavier)
8 Allegretto F-Dur JS 23 (1895/1896)
9 Caprizzio b-Moll (1895)
10 Lento E-Dur JS 119 (1896/1897)
11 Allegretto g-Moll JS 225 (1897)
12 Caprice op. 24 Nr. 3 (erste Fassung, 1898)
13 Andantino op. 24 Nr. 7 (erste Fassung, 1899)
14 Menuetto B-Dur (1898/1900)
15 Marche triste JS 124 (1899)
16 Allegro g-Moll (1899/1903)
17 Kavaljeren JS 109 (1900)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Folke Gräsbeck Klavier
 
1272;7318590012727

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