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CD-Besprechung

D. Buxtehude

Membra Jesu Nostri

D. Buxtehude

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 20.09.06

Klassik Heute
Empfehlung

Channel Classics SA 24006

1 CD/SACD stereo/surround • 72min • P 2006

Eine rundum erfreuliche Produktion legt das niederländische Label Channel Classics mit der Neueinspielung von Dietrich Buxtehudes Membra Jesu Nostri vor. Buxtehude, der seit 1668 als Organist an der Lübecker Marienkirche wirkte, schrieb diesen siebenteiligen Passionskantaten-Zyklus im Jahr 1680, wie das autographe Titelblatt belegt. Das Werk ist seinem Freund, dem schwedischen Hofkapellmeister Gustav Düben gewidmet. Wohl um beim Versand Geld zu sparen, notierte Buxtehude die Partitur in sog. Deutscher Tabulatur, einer schon damals veralteten und sonst auch eher für reine Orgelmusik verwendeten, aber eben platzsparenden Notationsweise. Um das Stück aufzuführen, musste Düben folglich einen „dechiffrierten“ Stimmensatz anfertigen. Auch dieses Material ist uns im Original erhalten geblieben und wird heute im schwedischen Uppsala aufbewahrt.

Den Text für sein Werk entnahm Buxtehude aus der mittelalterlichen Passionsbetrachtung „Salve mundi, salutare“ des Zisterziensermönches Arnulf von Löwen und ergänzte ihn durch ausgewählte Stellen aus dem Alten und Neuen Testament. Die sieben mittelalterlichen Gedichte, in denen jeweils ein bestimmtes Körperglied des gekreuzigten Christus verehrt wird, waren im 17. Jahrhundert sehr verbreitet und beliebt – bei Protestanten wie Katholiken gleichermaßen. Formal folgt Buxtehude einer gleichbleibenden, klaren Struktur: Nach einer kurzen instrumentalen Einleitung steht zu Beginn und am Ende jeder Kantate die Vertonung eines Bibelspruches, gefolgt von einer dreiteiligen Aria in wechselnder Besetzung. Ganz bewusst hat Buxtehude seinen Zyklus kom-poniert (lat.: componere = zusammensetzen) und instrumentiert. In der fünften Kantate „ad pectus“ etwa verzichtet er auf alle hohen Stimmen, um gleichsam metaphorisch die Geborgenheit der Brust zu demonstrieren. Auch die sechste Kantate wartet mit einer klanglichen Überraschung auf: Wenn es um das Herz Jesu geht, lässt Buxtehude Violinen und Basso schweigen und ersetzt diese durch ein fünfstimmiges Gambenconsort. Was für eine hinreißende Musik!

Die Neuaufnahme der Niederländer überzeugt in jeder Hinsicht. Dem Ensemble gelingt die präzise Zeichnung aller Partien, jeder Solist wartet mit einem unverwechselbaren Timbre auf. Channel Classics hat eine hochkarätige Solistenriege und ebenso kompetente Instrumentalisten ausgewählt. Das Klangbild der Aufnahme wirkt rund und stimmig, das Booklet enthält wichtige Hintergrundinformationen. Über einige wenige Druckfehler im lateinischen Text kann man angesichts des nicht zuletzt wunderschön gestalteten Cover-Designs leicht hinwegsehen. Als kurze „Zugabe“ interpretiert Johanette Zomer den ergreifenden Klagegesang der Fried- und Freudenreichen Hinfarth (BuxWV 76).

Heinz Braun [20.09.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 D. Buxtehude Jesu, Membra nostri BuxWV 75
2 Fried- und Freudenreiche Hinfahrt BuxWV 76

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Anne Grimm Sopran
Johannette Zomer Sopran
Peter de Groot Altus
Andrew Tortise Tenor
Bas Ramselaar Bass
The Netherlands Bach Society Ensemble
Jos van van Veldhoven Dirigent
 
SA 24006;0723385240068

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