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CD-Besprechung

Profil PH05021

1 CD • 49min • 1979

08.06.2006

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 6
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Carlo Maria Giulini, der 2005 im hohen Alter gestorbene Dirigent, galt als nobler Grandseigneur seines Metiers. Der ausgebildete Bratscher war in der Tat ein Künstler, der unaffektiert und ohne Starallüren oder -manieren auftrat, sich ganz als Diener der Musik verstand und, so weit das überhaupt möglich ist, hinter die Werke trat. Das bedeutet aber nicht, dass Giulini ein langweiliger Dirigent gewesen wäre, jemand, der sich hinter vermeintlicher Objektivität oder nebulöser „Werktreue“ versteckt hätte. Man muss nur seine großartigen Interpretationen von Mozarts und Verdis Opern, des Requiems von Verdi (Aufnahme von 1964), der Sinfonien von Brahms oder der Ersten und Neunten von Mahler studieren, um eines Besseren belehrt zu werden.

Die vorliegende Aufnahme entstand am 26. Januar 1979; damals war Giulini knapp 65 Jahre alt und auf der Höhe seines Könnens. Seine Interpretation der ersten Sinfonie von Brahms vermittelt viel von der Größe und der Strenge dieser Sinfonie und auch, dass dieses Werk das Ergebnis eines Ringens um die sinfonische Form war. Die Aufführung ist klassisch und streng, sehr geradlinig und klar. Alles ist wohl proportioniert, es gibt keine dynamischen oder agogischen Extreme. Es dominiert ein sonorer, voller, dunkel grundierter Klang. Die Tempi sind gemessen, nicht zu schwer, aber auch nicht zu bewegt – alles ist sehr ausbalanciert. Darüber bleibt zum Beispiel das spielerisch-graziöse Moment des dritten Satzes ein wenig auf der Strecke. Im Finale freilich zeigt Giulini doch noch, dass er Temperament hat und zu dramatischer Inszenierung fähig ist. Von der sehr gespannten Einleitung über das Allegro-Thema bis zur spannend gestalteten Durchführung und effektvollen Coda ist jenes drängende, gar leidenschaftliche Musizieren zu erleben, das man bis dahin doch vermisst hat.

Das Klangbild dieser Aufnahme des Bayerischen Rundfunks ist zwar voll und warm, aber auch ein wenig pauschal und nicht sehr durchsichtig, stellenweise sogar (vgl. den Anfang) dumpf.

Peter Heissler [08.06.2006]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johannes Brahms
1Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 68

Interpreten der Einspielung

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