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Sibelius
Luonnotar - Orchestral Songs

Sibelius<br />Luonnotar - Orchestral Songs

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 24.04.06

Klassik Heute
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Ondine ODE 1080-5

1 SACD • 62min • 2005

Jean Sibelius, der Nationalheros der finnischen Musik, griff in seinen Liedern überwiegend auf schwedischsprachige Lyrik zurück, da das Schwedische seine Muttersprache war. Dabei hatte die umtriebige finnische Primadonna Aino Ackté, die auch Begründerin des Festivals in Savonlinna war, einen nicht unwesentlichen Einfluß auf seine reiche Produktion. Das vorliegende Recital, das 18 Orchesterlieder mit dem Tonpoem für Sopran und Orchester Luonnotar op. 70 verbindet, zeigt einen überraschend großen Radius an Ausdrucksmöglichkeiten. Dazu ist anzumerken, daß die meisten Lieder ursprünglich für Klavierbegleitung geschrieben und erst später vom Komponisten selbst oder von seinen Schülern und Anhängern orchestriert wurden.

Sibelius ist fest in der Spätromantik verwurzelt, die Orchesterbehandlung zeigt Einflüsse von Wagner, trägt aber teilweise auch impressionistische Züge. Die erreichte Klangpoesie ist stark vom Naturerleben geprägt. In der Führung der Gesangsstimme folgt der Komponist dem Ideal der blühenden Kantilene, wobei oft eine spezifische Fin-de-siècle-Atmosphäre spürbar wird. Man erkennt in Sibelius einen ebenbürtigen Zeitgenossen von Gustav Mahler und Richard Strauss.

Diese Nähe wird bei dieser Gelegenheit besonders deutlich. Die Sopranistin Soile Isokoski überwältigt nicht nur durch die schiere Schönheit ihres Materials, sie gibt auch Beispiele vollendeter Gesangskunst, erreicht im Vortrag eine zweite Naivität, die es ihr ermöglicht, mit dem Komponierten ganz eins zu werden. Sie findet in Leif Segerstam und dem Helsinki Philharmonic Orchestra die kongenialen Partner. Der finnische Maestro, als Freund exzessiver Klangorgien im Gedächtnis, erweist sich hier überraschend als ein Sensibilissimus erster Güte, der den Orchesterklang so filigran gestaltet, dass man an Morgennebel denkt, durch den in Form der Sopranstimme die Sonne dringt.

Ekkehard Pluta [24.04.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Sibelius Kaiutar op. 72 Nr. 4
2 Luonnotar op. 70
3 Men min fågel mörks dock icke op. 36 Nr. 2
4 Säv, säv susa op. 36 Nr. 4
5 Demanten pa marssnön op. 36 Nr. 6
6 Våren flyktar hastigt op. 13 Nr. 4
7 Under strandens granar op. 13 Nr. 1
8 Den första kyssen op. 37 Nr. 1
9 Soluppgång op. 37 Nr. 3
10 Var det en dröm? op. 37 Nr. 4
11 Höstkväll op. 38 Nr. 1
12 Pa verandan vid havet op. 38 Nr. 2
13 Arioso op. 3
14 Illalle op. 17 Nr. 6
15 Lastu lainehilla op. 17 Nr. 7
16 Souda, souda sinosorsa JS 180
17 S'en har jag ej fragat mera op. 17 Nr. 1
18 En slända op. 17 Nr. 5
19 Hertig Magnus op. 57 Nr. 6

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Soile Isokoski Sopran
Helsinki Philharmonic Orchestra Orchester
Leif Segerstam Dirigent
 
ODE 1080-5;0761195108055

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