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CD-Besprechung

Naxos 8.557731

1 CD • 55min • 2005

05.05.2006

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Vor gut zwanzig Jahren hat das Ulster Orchestra eine umfangreich und repräsentative Serie mit Werken des irischen Komponisten Sir Herbert Hamilton Harty eingespielt, darunter die Comedy Overture und das Klavierkonzert. Damals dirigierte Bryden Thomson, Malcolm Binns saß am Klavier. Jetzt spielt Peter Donohoe den Solopart, derweil mit Takuo Yuasa der aktuelle Erste Gastdirigent am Pult steht – und offenbar wollten sich die beiden in jeder Hinsicht von ihren Vorgängern unterscheiden, denn das, was die neue Naxos-Aufnahme zu bieten hat, ist nicht nur eine andere Konzeption oder ein anderer Ansatz, sondern vielmehr eine völlig andere Musik.

Auf wundersame Weise hat das Klavierkonzert gegenüber der alten Aufnahme sage und schreibe siebeneinhalb (!) Minuten eingebüßt, und da wir hier nicht von Wagners Ring, sondern von einem Stück zwischen 30 und 37 Minuten sprechen, geht es eindeutig nicht um Nuancen, sondern um Welt-Anschauungen, die nicht miteinander zu vergleichen sind und doch miteinander verglichen werden müssen. Wollte man den Eindruck, den die Naxos-Produktion hinterläßt, zum Maßstab dieses prächtigen Konzerts erheben, dann blieben nichts als ein (gekonnt) virtuoser, prasselnder Kopfsatz, ein freundlich plätscherndes Tranquillo e calmo und ein Finale, das zwischen Saint-Saëns und Tschaikowsky vergeblich nach eigenen Positionen sucht, um endlich mit einem „big tune” à la Rachmaninoff klangvoll vor den großen Meistern des Genres zu kapitulieren.

Das kann aber so nicht gemeint sein, zumindest nicht, wenn man den Ausführungen von Binns-Thomson zu folgen bereit ist: Aus den breiteren Wogen – die Ecksätze sind jeweils rund 30% langsamer – erhob sich da eine herrliche, tiefgründige Romantik, in der das „irische” Element überhaupt erst recht hörbar und nachvollziehbar wurde, indessen die Spannung sich keineswegs verminderte, sondern im Gegenteil bedeutend erhöhte.

Ähnliches ist in der Comedy Overture zu beobachten. Zwar beträgt hier die zeitliche „Abdrift” nur eine Minute (13 zu 14 Minuten), doch überzeugt auch in diesem Fall wieder die langsamere Version durch eine vernehmlich gesteigerte Intensität: Nicht, weil das Orchester mit den neuen Tempovorstellungen überfordert wäre, sondern weil man beim Wellenreiten zwangsläufig an der Oberfläche bleibt. Und so stellt sich am Ende die Frage, was sich denn wohl aus den vier miniaturartigen Fantasieszenen (nach 1001 Nacht) hätte machen lassen, die bei Takuo Yuasa zwar nicht unschön, aber doch recht nach musikalischen Plompenziehern ohne größeren Nährwert klingen – am Ende ist auch das eine gehaltvollere Kost und kein zweiter Ketelbey-Aufguß?

Rasmus van Rijn [05.05.2006]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Hamilton Harty
1A Comedy Overture
2Fantasy Scenes (from am Eastern Romance)
3Klavierkonzert h-Moll

Interpreten der Einspielung

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