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CD-Besprechung

Shostakovich

Daniel Hope

Warner Classics 2564-62546-2

1 CD • 78min • 2005

26.04.2006

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Nach der großartigen Einspielung der Klaviertrios von Schostakowitsch mit dem Beaux Arts Trio (Warner Classics 2564 62514 2) zeigt der Geiger Daniel Hope nun anhand der Violinkonzerte erneut, was für ein vorzüglicher Schostakowitsch-Interpret er ist. Hope verfügt über einen warmen, weichen Geigenton, ein reich differenziertes Vibrato und verhilft insbesondere dem diskreten Portamento zu seinem Recht, das von vielen Geigern verschmäht wird. Im wahrsten Sinne des Wortes kongenial begleitet wird er dabei vom BBC Symphony Orchestra unter Maxim Schostakowitsch, dem Sohn des Komponisten. Die langsamen Teile der beiden Konzerte haben eine große, quasi nach innen geöffnete Weite. Die dramatischen Passagen erklingen mit einer derart bohrenden Intensität, wie ich sie so seit Mrawinsky (und vielleicht der fünften Sinfonie unter Bernstein live aus Tokyo 1976) nicht mehr gehört habe und bei vielen eher weich gespielten Schostakowitsch-Aufnahmen der heutigen Zeit vermisse.

Daniel Hope und Maxim Schostakowitsch musizieren zupackend und mitreißend. Auch die Balance zwischen Solist und Orchester ist sehr gelungen – ein Wunder, wie es Maxim Schostakowitsch versteht, die Streicher und Holzbläser stets hervortreten zu lassen und das beim BBC Symphony Orchestra oft zu dominante Blech weitestgehend zurückzuhalten. Die Hörner lassen allerdings gern ihre Muskeln spielen; sie haben die Power, das ganze Orchester an die Wand zu drücken (vergl. z. B. Anfang Tr. 3). Schade auch, daß die Holzblasinstrumente vergleichsweise farbarm klingen; manche bläserbetonte Stellen (z. B. Anfang Tr. 2 und 5) hätten noch charakteristischer herauskommen können. Die knalligen Pauken schließlich decken das Orchester leicht zu. Der runde, glatte Klang der Produktion steht dem Interpretationskonzept hörbar entgegen, hätte weniger verhallt und um einiges grobkörniger sein dürfen. Gleichwohl setzt die CD vom Geigerischen und der Interpretation her Maßstäbe. Eine vielleicht allzu schöne Zugabe die Romanze aus der Filmmusik Die Hornisse (was auf einem Übersetzungsfehler beruht; eigentlich ist eine Stechfliege, eine Bremse gemeint...). An den Anfang des Albums gestellt, hätte sie die Grausamkeiten des ersten Konzerts im Kontrast noch stärker verdeutlichen können.

Dr. Benjamin G. Cohrs [26.04.2006]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Dimitri Schostakowitsch
1Violinkonzert Nr. 1 a-Moll op. 77
2Violinkonzert Nr. 2 cis-Moll op. 129
3Romanze No. 9 op. 97a

Interpreten der Einspielung

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