Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

CD-Besprechung

C. Czerny

SWRmusic 1 CD 93.169

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 07.03.06

label_2736.jpg
→ Katalog und Neuheiten

SWRmusic 93.169

1 CD • 74min • 2004, 2005

Bedauerlicherweise kennen die meisten Musik-Liebhaber Carl Czerny (1791–1857) nur als Verfasser musikpädagogischer Lehrwerke und Etüden. Der sehr produktive, geniale Wiener hat jedoch in seinem 65 Jahre währenden Leben sicherlich an die 1000 Werke hinterlassen; seine ernsthaften Kompositionen (darunter etliche Klavierkonzerte und Sinfonien) sind allerdings schnell vergessen worden. Das ist schade, denn die hier vorgelegten zwei seiner sechs Sinfonien wirken nur mit viel bösem Willen epigonal. Zwar klingt wirklich vieles nach Beethoven, doch dominierten dessen Sinfonien das Schaffen etlicher romantischer Komponisten bis hin zu Bruckner. Andererseits ist erstaunlich, über welche Breite stilistischer Mittel Czerny verfügte. Mit gutem Willen könnte man diese Werke daher auch als den Versuch betrachten, konservativ und doch auf der Höhe der Zeit zu schreiben – ähnlich wie beispielsweise Bruckner, auch wenn Czernys Musik diesbezüglich weitaus weniger avantgardistisch wirkt. Doch steht die sechste Sinfonie g-Moll von 1854 musikalisch ohne weiteres auf einem ähnlichen Niveau wie beispielsweise die späten Sinfonien von Georges Onslow, die frühen von Camille Saint-Sa-ëns (auch wenn das Werk nicht so spritzig ist wie die knappe und kühne a-Moll-Sinfonie des Franzosen), manches von Bruckner bis hin zur Zweiten, etliches von Spohr und Raff. Freunde musikalischer Entdeckungen werden hier bestens bedient – zumal das SWR Rundfunkorchester Kaiserslautern unter Grzegorz Nowak mit Freude und vollem Einsatz zu Werke ging. De Disposition des Dirigenten wirkt eher postromantisch als historisch informiert, die Streicher spielen mit ziemlich viel Vibrato (die Geigen leider stellenweise nicht recht homogen), und die Balance im Streichorchester wäre mit antiphonaler Aufstellung der Geigengruppen, die hier nicht verwendet wurde, sicher noch besser gewesen. Das Klangbild ist sehr warm, natürlich und hat ein breites Panorama. Es wäre schön, wenn die übrigen ernsthaften Werke von Czerny, zumindest jedoch die übrigen Sinfonien, rasch folgen würden, damit man endlich zu einer angemessenen Würdigung seines Schaffens findet.

Dr. Benjamin G. Cohrs [07.03.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 C. Czerny Sinfonie Nr. 6 g-Moll 00:33:03
5 Grande Symphonie Nr. 2 op. 781 00:40:35

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
SWR Rundfunkorchester Kaiserslautern Orchester
Grzegorz Nowak Dirigent
 
93.169;4010276017899

Bezug über Direktlink

label_2736.jpg
→ Katalog und Neuheiten

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

⇑ nach oben

AGBs Impressum Kontakt Mediadaten Sitemap Datenschutz

© Klassik Heute

jpc